Luftoperationen der Bundeswehr-Hubschrauber in Afghanistan

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Der Kommandeur des Einsatzverbandes, Brigadegeneral Jens Arlt, erhält durch die beiden Bundeswehr-Hubschrauber mehr operationelle Freiheiten. (Foto: BS/Bundeswehr)

Die Hubschrauber der Bundeswehr werden noch in dieser Nacht in Kabul eintreffen und ab morgen operationell zur Verfügung stehen, berichtete der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn. Die Verlegung der beiden H145M LUH SOF erfolge am heutigen Tag durch zwei geschützte A400M direkt von Deutschland nach Kabul. Ihr Einsatz wird auf das Stadtgebiet von Kabul begrenzt.

Der Kommandeur des Einsatzverbandes, Brigadegeneral Jens Arlt, der sich vor Ort am Flughafen von Kabul befindet, habe die beiden Hubschrauber am Mittwochabend beantragt, nachdem die amerikanischen Kräfte diese Fähigkeit bei den Deutschen angefragt hatten.

“Diese Hubschrauber wurden angefordert durch die amerikanische Seite”, sagte der Generalinspekteur. “Die Amerikaner fliegen dort überwiegend mit großvolumigen Hubschraubern, so dass sie also im urbanen Umfeld von Kabul eine kleinere Maschine benötigten.” Die deutschen Hubschrauber seien dementsprechend für Operationen in Zusammenarbeit mit den U.S.-Kräften vorgesehen. Dabei sollen die deutschen H145M grundsätzlich von amerikanischen Hubschraubern begleitet werden. “Es ist also immer ein gemeinschaftlicher Einsatz”, sagte General Zorn. “Wir haben auch immer eine entsprechende, von den Amerikanern bereit gestellte, luftbewegliche Eingreifreserve im Hintergrund. Das heißt also, es sind wirkliche Luftoperationen. Das ist kein Taxi-Service.”

Die Hubschrauber seien somit kein Ersatz dafür, dass die zu Evakuierenden selbstständig zum Flugplatz in Kabul gelangen, sondern vielmehr eine Sondermöglichkeit für Spezialfälle, damit der Kommandeur vor Ort, Brigadegeneral Arlt, die größtmögliche Operationsfreiheit erhält.

“Die Luftraumbedrohung wird durch die Amerikaner im Wesentlichen zurzeit so eingeschätzt”, sagte General Zorn, “dass die Taliban hier keine Luftverteidigungssysteme einsetzen”. Es sei zu erwarten – und werde so auch durch die amerikanischen Kräfte vermittelt – dass die Taliban die Luftoperationen nicht behindern werden.

Die H145M LUH SOF

Die nun verlegten H145M LUH SOF (Light Utility Helicopter Special Operations Force) werden von den Spezialkräften der Luftwaffe in der 4. Staffel des Hubschraubergeschwaders 64 am Standort Laupheim geflogen. Insgesamt werden zwei Hubschraubern und 13 Soldaten nach Kabul verlegt.

Die Hubschrauber können nicht nur Lufttransport bei Spezialoperationen leisten, sie besitzen auch Fähigkeiten zur Aufklärung oder zur Feuerunterstützung. Insgesamt beschaffte die Bundeswehr 15 Maschinen. Die ersten beiden Hubschrauber wurden im Dezember 2015, der letzte im Juni 2017 an die Luftwaffe ausgeliefert. Laut einem Sprecher der Luftwaffe wird die H145M LUH SOF standardmäßig von zwei Piloten der Luftwaffe geflogen und kann bis zu neun weitere Personen transportieren. “Für die Bedienung der militärischen Zusatzausstattung und der Bewaffnung werden neben den Piloten sogenannte Tactical Operator zur Bedienung der Spezialausrüstung an Bord eingesetzt”, beschrieb der Sprecher der Luftwaffe gegenüber dem Behörden Spiegel. Die Verlegung mit A400M war bereits mehrfach erfolgreich erprobt worden, zuletzt bei einer Übung in Niger.

Berichterstattung des Behörden Spiegel zur Evakuierungsmission:

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