Corona-Pandemie mit Auswirkungen auf Kriminalität

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Polizistinnen und Polizisten sind einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Muss eine Infektion im Einsatz als Dienstunfall gelten? (Foto: BS/Gerd Altmann, pixabay.com)

Die Corona-Pandemie hatte deutlich Folgen für die Kriminalitätsentwicklung hierzulande. Das geht aus einem entsprechenden Lagebericht des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor. Dieser wurde im Auftrag der Innenministerkonferenz (IMK) erstellt und nun als Managementfassung veröffentlicht.

Ihr zufolge nahm die Zahl der Taschen- oder Wohnungseinbruchdiebstähle massiv ab, da die Tatgelegenheiten pandemiebedingt wegfielen. Andererseits wurden aber auch neue Möglichkeiten für Kriminelle geschaffen, sodass etwa der Subventionsbetrug im Zusammenhang mit den Corona-Soforthilfen sehr stark zunahm. Auch auf die Politisch Motivierte Kriminalität hatte die Pandemie Auswirkungen: Über 3.500 politisch motivierte Straftaten im thematischen Zusammenhang mit Corona zählten die Bundesländer im vergangenen Jahr.

Der Blick auf das Kriminalitätsgeschehen 2020 zeigt aber auch, dass der grundsätzlich rückläufige Trend in der Allgemeinkriminalität durch die Pandemie nicht beeinflusst wurde. Auch im “Pandemiejahr 2020” sank die Zahl der Straftaten um 2,3 Prozent im Vergleich zu 2019. Dabei war die Allgemeinkriminalität insbesondere zur Zeit des ersten Lockdowns im April im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres niedriger.

BKA-Präsident Holger Münch sagte dazu: “Der Bericht verdeutlicht, wie Kriminelle die Pandemie-Situation ausgenutzt haben: Betrugsdelikte und Cyber Crime haben zugenommen. Insbesondere die unberechtigte Inanspruchnahme von Leistungen, etwa von Corona-Subventionen, haben den Staat über 90 Millionen Euro gekostet.” Die Managementfassung des Berichts ist hier abrufbar.

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