Zentrale Führerausbildung für Mali-Einsatz

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(Foto: BS/Portugall)

Das Zentrum Innere Führung (ZInFü) bereitet in einwöchigen Lehrgängen Führungskräfte auf die robuste Stabilisierungsmission der UNO (MINUSMA) und die Ausbildungsmission der Europäischen Union (EUTM Mali) in dem westafrikanischen Sahel-Land vor. Im Sommer hat der letzte Lehrgang dieser Art am Hauptsitz in Koblenz (Foto) stattgefunden.

Unter dem Dutzend Bundeswehr-Angehörigen des vergangenen Monats befanden sich insgesamt neun Soldaten, zwei Soldatinnen und ein Angehöriger der zivilen Wehrverwaltung. “Die Corona-Auflagen lassen leider momentan nicht mehr zu”, erklärte der Hörsaalleiter des ZInFü, Oberstleutnant Heiko Rönsch. Viele der Lehrgangsteilnehmer werden im Einsatz zu den Führungskräften gehören.

Eine korrupte Regierung, der Verlust von Staatlichkeit (“failing state”), die deutliche Zunahme islamistischer Gewalt, die Eskalation ethnischer Konflikte und alles oftmals verwoben mit Organisierter Kriminalität (OK) zeige drastisch, wie hochgradig komplex und teils unüberschaubar die Lage vor Ort sein könne: “Es ist wie ein verwobenes Knäuel aus vielen bunten Fäden und dabei sind die extremen Folgen des Klimawandels als weiterer Treiber noch gar nicht berücksichtigt”, sagte Oberstleutnant Rönsch. “Wir versuchen, Ordnung und Struktur in die Thematik hineinzubringen.” Dabei sei es falsch, den Blick allein auf Mali zu richten. “Es gilt, die gesamte Region mit Niger, Burkina Faso und Mali im Fokus zu haben”, so der Lehrstabsoffizier weiter.

Der Lehrgang soll den Teilnehmern multiperspektivische Ansätze bieten und zum offenen Diskurs anregen. Dabei spielte am Mutterhaus der Inneren Führung natürlich auch die Frage nach der Bedeutung der Führungsphilosophie der Bundeswehr im Auslandseinsatz eine wichtige Rolle. Schließlich bestehen – gemäß der einschlägigen Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) – die “Ziele der Inneren Führung darin, (…) den Sinn des militärischen Auftrages, insbesondere bei Auslandseinsätzen, einsichtig und verständlich zu machen.”

Am Austausch mit den Lehrgangsteilnehmern beteiligte sich auch der Kommandeur des Zentrums, Generalmajor André Bodemann: “Innere Führung ist nichts für besondere Tage mit Ausgehuniform, sondern etwas für jeden Tag im Grundbetrieb und im Einsatz.” Dabei appellierte er an die Führungskräfte: “Sagen Sie Ihren Soldatinnen und Soldaten immer auf verständliche Weise die Wahrheit. Geben Sie keine umschreibenden Floskeln.”

In diesem Jahr sind noch folgende “Zentrale Führerausbildungen – Mali” geplant: vom 18. bis 22. November und vom 29. November bis 3. Dezember.

1 Kommentar

  1. Angesichts des vollständigen Desasters in Afghanistan mutet Ihr Artikel wie reine Satire an. Was soll denn da noch bei rauskommen?

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