Anschläge zum Ende des deutschen Einsatzes

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Gestern Abend flogen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und der Generalinspekteur, zum deutschen Hub nach Taschkent, um dort direkt mit den Soldatinnen und Soldaten zu sprechen und ihnen für ihren Einsatz zu danken. (Foto: BS/Bundeswehr)

Heute um 18.30 Uhr treffen die letzten deutschen Soldaten der Evakuierungsmission am Flughafen in Wunstorf ein. Damit endet der größte Evakuierungseinsatz in der Geschichte der Bundeswehr. Rund 600 Soldatinnen und Soldaten waren daran beteiligt. Die letzten Stunden des Einsatzes wurden durch mehrere Anschläge am Flughafen in Kabul überschattet.

“Die Bundeswehr war bei dieser internationalen Luftbrücke eine der Führungsnationen”, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. “Die Bundeswehr hat nachgewiesen, dass sie in einer hochkomplexen, hochsensiblen und hochgefährlichen Lage handeln kann, dass auf sie Verlass ist. Darauf können die Soldatinnen und Soldaten stolz sein. Und zwar mir Recht stolz sein.”

Das eher frühzeitig Ende war aufgrund der gestiegenen Terrorwarnungen notwendig. Informationen aus den USA wiesen auf 12 potentielle Selbstmordattentäter der Terrororganisation IS hin, die extra nach Kabul gereist waren, um dort am Flughafen Anschläge durchzuführen. Gestern Mittag berichtete die Verteidigungsministerin bereits von einer “massiven Verschärfung” der Terrordrohungen. Wie der gestrige Abend zeigte, entsprachen diese nachrichtendienstlichen Erkenntnisse der Wahrheit. Mindestens 13 amerikanische Soldaten sowie eine unbekannte Zahl an afghanischen Zivilisten – laut verschiedenen Medienberichten über 70 – kamen ums Leben.

Deutschen Flugzeuge befanden sich zum Zeitpunkt der Anschläge auf dem Flughafen zur Beladung. “Nach den Anschlägen wurden durch den Kommandeur des deutschen Kontingents vor Ort die Notfallpläne für eine Emergency Departure ausgelöst”, beschrieb Kramp-Karrenbauer gestern Abend. Alle deutschen Angehörige der Bundeswehr, des Auswärtigen Amtes und der Bundespolizei haben Kabul somit verlassen. “Bis zum letzten möglichen Moment haben unsere Kräfte vor Ort versucht – und auch dafür gesorgt – dass wir so viele Menschen wie möglich außer Landes bringen konnten”, betonte die Ministerin. “Seit Montag dem 16. August, haben wir insgesamt 5.347 Personen aus mindestens 45 Nationen evakuiert. Rund 500 Deutsche, über 4.000 Afghanen. Rund 2.000 Ortskräfte der Bundeswehr und ihre Angehörigen haben wir bereits vor Beginn der Evakuierungsaktion nach Deutschland geholt.”

Die früheren Forderungen deutscher Politiker – unter anderem von Kanzlerkandidat Armin Laschet, der eine Nicht-Verlängerung der Evakuierungsmission als “bittere Enttäuschung” bezeichnete – dass die USA den Flughafen entgegen den Absprachen mit den Taliban weiter halten sollten, entbehren somit jeglicher Grundlage. Schließlich müssten die USA das eng begrenzte Gebiet des Flughafens dann nicht nur gegen die Terroristen des IS, sondern auch noch gegen die Taliban verteidigen. Stattdessen ist eine kontrollierte Übergabe durch die USA an die Taliban geplant, sodass gegen Ende nicht alle Tore fallen und Menschen das Rollfeld stürmen, sondern die Gates durch Soldaten der Taliban übernommen werden und die USA kontrolliert ihre Fahne einholen und abfliegen können.

Berichterstattung des Behörden Spiegel zur Evakuierungsmission:

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