Man darf gespannt sein

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Generalmajor a. D. Reinhard Wolski, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Experte des Behörden Spiegel und war in seiner letzten Verwendung Chef des Amtes für Heeresentwicklung. (Foto: privat)

“Europäische Verteidigungspolitik wird aber nur glaubhaft sein, wenn wir auch in der Lage sind, außerhalb unserer Grenzen komplizierte militärische Operationen zu starten”, so EU-Kommissar Thierry Breton. Der Außenbeauftragte der EU Josep Borrell schlägt zunächst 5.000 Mann für eine neue EU-Eingreiftruppe vor, in der die bisher wechselseitig aufzustellenden (und bis jetzt nie eingesetzten) EU-Battlegroups integriert werden könnten.

Der Plan findet Unterstützung bei einigen, nicht bei allen Staaten der EU. Möglicherweise entsteht eine solche Truppe aus einer “Coalition of the Willing”. Zu einer schlagkräftigen Eingreiftruppe gehört allerdings, dass sie mindestens zweimal pro Jahr übt, einmal mit allen Gefechtsständen, einmal mit Volltruppe einschließlich eines Gefechtsschießens, stets über alle Kräftemultiplikatoren verfügt, zu Lande, in der Luft, im Cyberraum, und ggf. auch auf See, nationale Vorbehalte bzgl. Einsatz und Einsatzregeln vor einem schnellen Einsatz (wir sprechen von Stunden) kein Hemmnis darstellen (auch nicht beim Einsatz von modernsten Kampfdrohnen), und sie durch ein präsentes Hauptquartier (dies könnte das Eurocorps sein) mit modernsten Führungsmitteln geführt wird.  Ein weiterer Großverband muss Transport und Einsatzunterstützung leisten. Die Finanzierung einer solchen Eingreiftruppe kann eigentlich nur über “EU Common Funding” erfolgen. Man darf gespannt sein!

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