Kriminalität und Extremismus haben zugenommen

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Erläuterte die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kriminalitätsentwicklung sowie die polizeiliche Arbeit: der bayerische Landespolizeipräsident Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer. (Foto: BS/Boris Trenkel)

Im Zuge der Corona-Pandemie sind bestimmte Kriminalitätsphänomene deutlich angewachsen. Das gilt besonders für die Bereiche Cyber Crime, Hasskriminalität im Netz und für den Waren- und Kreditbetrug. Auch Extremisten seien “bestärkt” worden, warnte Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer.

Zudem habe es aufgrund der Infektionsschutzmaßnahmen deutlich mehr Kontrollen im öffentlichen Raum und eine erhöhte Polizeipräsenz dort gegeben. Dadurch seien jedoch auch mehr Attacken auf Polizeivollzugsbeamte aktenkundig geworden, so der bayerische Landespolizeipräsident. Die Pandemie habe vor Augen geführt, wie wichtig genügend Personal und eine gute Ausstattung der Polizeien seien, unterstrich Schmidbauer. Hierum müssten sich die Verantwortlichen allerdings bereits vor und nicht erst während der Krise kümmern.

Die Corona-Pandemie habe tatsächlich zu mehr Aggressivität gegenüber Polizisten geführt, unterstrich der Vizepräsident der European Confederation of Police (EuroCOP) und Generalsekretär der Scottish Police Federation, Calum Steele. Auch Hass- und Internetkriminalität, ergänzte Dr. Daniela Lesmeister, Leiterin der Polizeiabteilung im nordrhein-westfälischen Innenministerium. Es habe darüber hinaus neue polizeiliche Herausforderungen aufgrund des Virus’ gegeben, meinte die Generalsekretärin der International Police Association (IPA), May-Britt Ronnebro.

In Polizeimissionen der Vereinten Nationen hätten die Verantwortlichen derweil im Umgang mit Corona von den Erfahrungen im Kampf gegen Ebola profitieren können, unterstrich Luis Carrilho, Director Police Division/United Nations Police Advisor. In Nordrhein-Westfalen könnten Corona-Infektionen bei der Landespolizei inzwischen leichter als Dienstunfälle anerkannt werden, berichtete Lesmeister. In anderen (Bundes-)Ländern sei dies noch deutlich schwierig, kritisierten Steele und die Bundestagsabgeordnete und Polizeibeamtin Kirsten Lühmann (SPD).

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