Französische Soldaten töten IS-Chef im Sahel

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(Foto: BS/Présidence de la République, Soazig de la Moissonnière)

Wie Staatspräsident Emmanuel Macron (Foto) heute Nacht auf Twitter mitgeteilt hat, sei Adnan Abu Walid al-Sahrawi, der marokkanische Anführer der Terrorgruppe “Islamischer Staat in der Größeren Sahara” (ISGS), von den französischen Streitkräften “neutralisiert” worden. “Es handelt sich dabei um einen weiteren großen Erfolg im Kampf, den wir gegen die Terrorgruppen in der Sahel-Zone führen”, so der Hausherr des Élysée-Palastes.

In einem weiteren Tweet im unmittelbaren Anschluss an den ersten gedachte Macron “all der Helden, die in den Operationen ‘Serval’ und ‘Barkhane’ im Sahel für Frankreich gefallen sind, an die trauernden Familien, an alle Verwundeten. Ihr Opfer ist nicht vergebens. Mit unseren afrikanischen, europäischen und amerikanischen Partnern setzen wir diesen Kampf fort.”

Die Direktion der “Délégation à l’information et à la Communication de la Défense” (DICoD) ergänzte heute auf der Homepage des Pariser Verteidigungsministeriums, dass es sich beim ISGH um einen regionalen Ableger der überregional agierenden sunnitischen Terrormiliz des sogenannten “Islamischen Staates” (IS) handele. Den entscheidenden militärischen Schlag habe das Einsatzkontingent “Barkhane” ausgeführt. Wo genau dieser stattgefunden hat, wird nicht erwähnt.

Licht und Schatten

Präsident Macron kann Erfolgsmeldungen aus Westafrika gut gebrauchen. Der bisherige Schwerpunkt auf dem Gebiet der Staatengruppe G5 Sahel (Burkina Faso, Mali, Mauretanien, Niger und Tschad) lag eindeutig in Mali. Doch nach zweimaligem Militärputsch in Bamako innerhalb eine Dreivierteljahres und Berichten über Verhandlungen zwischen der aktuellen malischen Militärjunta und dem privaten Sicherheitsunternehmen “Gruppe Wagner” über den Einsatz russischer Söldner denkt die französische Staatsführung immer lauter über eine Beendigung ihres Engagements nach. Aktuell sind rund 5.100 französische Soldaten auf dem Gebiet der G5-Gruppe stationiert.

Ähnliche Überlegungen finden auch hierzulande statt. Gestern twitterte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dazu: “Sollte sich die Zusammenarbeit von Mali mit russischen Söldnergruppen bestätigen, stellt das die Grundlagen des Mandats der Bundeswehr für MINUSMA (UN-Stabilisierungsmission; G.P.) und EUTM (EU-Ausbildungsmission; G.P.) in Frage und gemeinsam mit dem Bundestag müssten wir Konsequenzen ziehen.” An deutschen Soldaten befinden sich in Mali zurzeit 900 bei der UN-Mission und 320 bei der EU-Mission.

Rückblick

Abu Walid hatte sich während seiner kriminellen Karriere unterschiedlichen nord- und westafrikanischen Terrorgruppen angeschlossen. So soll er unter anderem 2010 in Mali einer Untergruppe von “Al-Qaida im Islamischen Maghreb” (AQIM) beigetreten sein. Fünf Jahre später schwor er dem “Kalifen” des “Islamischen Staates im Irak und in der Levante” (ISIL), Abu Bakr al-Baghdadi, seine Treue und gründete den ISGS.

Abu Walid hinterließ eine lange Blutspur hinter sich, dessen Angriffen und anderem 2017 vier US-Soldaten und im vergangenen Jahr sechs französische Entwicklungshelfer zum Opfer gefallen waren.

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