Diskussionsveranstaltung der Bundeswehr zum Eisernen Kreuz

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Gilt seit 1956 offiziell als nationales Hoheitszeichen für die Bundeswehr: das Eiserne Kreuz – hier auf dem Bordhubschrauber "Sea Lynx" Mk88A der Deutschen Marine. (Foto: BS/Portugall)

Das preußisch-deutsche Eiserne Kreuz (EK) ist mehr als 200 Jahre alt. Anlässlich des 65. Jahrestages der Genehmigung dieses Tapferkeitssymbols als Erkennungszeichen für Gefechts- und Luftfahrzeuge der Bundeswehr durch den ersten Bundespräsidenten, Prof. Theodor Heuss, werden am 28. September Experten bei der Veranstaltungsreihe “Gespräche am Ehrenmal” in Berlin diskutieren.

Die Podiumsdiskussion “Das Eiserne Kreuz – Geschichte eines militärischen Symbols und seine Bedeutung für die Erinnerungskultur der Bundeswehr” findet im Raum der Information am Ehrenmal der Bundeswehr auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums in Berlin statt.

Als Diskutanten sind vorgesehen der Kommandeur des Koblenzer Zentrums Innere Führung (ZInFü), Generalmajor André Bodemann, der Militärhistoriker Oberst a.D. Prof. Dr. Winfried Heinemann, der ehemalige Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestags Reinhold Robbe (SPD) sowie der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Reservistenverbandes (VdRBw), Prof. Dr. Patrick Sensburg. Moderiert werden soll die Veranstaltung von Prof. Dr. Angelika Dörfler-Dierken von der Universität Hamburg, Wissenschaftliche Direktorin a.D. am Potsdamer Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw).

Diskussionsschwerpunkte

Sich anbietende Leitfragen für die Veranstaltung sind: Wofür steht das Eiserne Kreuz in Bundeswehr und Gesellschaft heute? Welche Geschichte hat das Eiserne Kreuz und wie veränderte sich seine Bedeutung im Laufe der Zeit? Ist diese historische Auszeichnung für militärische Tapferkeit heute noch zeitgemäß? Wie wird dieses Symbol in einer weitgehend post-heroischen Gesellschaft wahrgenommen?

Tradition

In den Richtlinien zum Traditionsverständnis und zur Traditionspflege der Bundeswehr vom 28.März 2018 steht: “Tradition braucht Symbole, Zeichen und Zeremonielle. Sie prägen das Bild der Bundeswehr in Staat und Gesellschaft. (…) Meist haben sie sich vor langer Zeit herausgebildet. Sie stehen stellvertretend für den historischen und militärischen Kontext, der sie hervorgebracht hat oder der ihnen zugeschrieben wird.”

Ehrenmal-Gespräche

Diese Veranstaltungsreihe hat sich zum Ziel gesetzt, Sicherheits- und Verteidigungspolitik gegenüber der Öffentlichkeit transparenter zu machen. Anlässlich von Gedenktagen widmen sich renommierte Experten der Erinnerungskultur, der Militärgeschichte, der Sicherheitspolitik, dem Selbstverständnis der Bundeswehr und deren Verhältnis zur Gesellschaft. Die übernächste Veranstaltung dieser Reihe soll im kommenden Frühjahr stattfinden.

Rückblick

Das Eiserne Kreuz war ursprünglich ein Tapferkeitsorden, der vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. am 10. März 1813 in Breslau im Rahmen der Befreiungskriege gegen Napoleon in drei Klassen gestiftet wurde. Das erste EK verlieh der König postum seiner Gemahlin Luise. Jeweils neu gestiftet wurde die Auszeichnung für den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 sowie für die beiden Weltkriege.

Ausblick

Interessierte können ihre Fragen zum Thema im Rahmen einer interaktiven Teilnahme an der Diskussion bis zum 24. September per E-Mail einreichen an: BMVgGespraecheamEhrenmal@bmvg.bund.de.

1 Kommentar

  1. Ich persönlich bin gerne Soldat und diene mit großem Stolz den Bewohnern meines Heimatlandes.
    Für mich ist das Eiserne Kreuz -gerade aufgrund seiner Entstehungsgeschichte anlässlich der Befreiungskriege gegen Napoleon (den man heute wohl als Diktator charakterisieren würde) und auch oder besser gerade vor dem Hintergrund der Erstverleihung aus Liebe – ein durchaus geeignetes Identifikationssymbol.
    Dennoch sehe ich die Teile der Geschichte des Eisernen Kreuzes als kritisch an; gerade diese Teile bedürfen aus meiner Sicht einer kritischen Auseinandersetzung.
    Insgesamt plädiere ich persönlich für den Erhalt des Eisernen Kreuzes als traditionelles Symbol der Truppe, auch, weil die Abschaffung von Symbolen, unter denen sich die Bundeswehr über Jahrzehnte als verlässlich und treu auf den Werten der freiheitlich demokratischen Grundordnung stehend erwiesen hat, aus meiner Sicht fatal für die Truppe ist.
    Da wäre es mir persönlich viel wichtiger, die Namen unserer Kasernen zu “entnazifizieren”, denn in den Jahrzehnten des Bestehens der Bundeswehr gab es genug Kameraden, die aufgrund ihrer Leistung als Namensgeber für Kasernen dienen könnten.

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