Wasserstoff-Elektrolyseure für alle?

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Die Länder sind sich uneinig: Sollte Wasserstoff dort produziert werden, wo es für die Herstellung benötigte (Wind-)Energie gibt, oder dort wo die Industrie ihn braucht? (Foto: BS, Iván Tamás, pixabay.com)

Das Zukunftsthema Wasserstoff war und bleibt Streitpunkt zwischen den Energieministerinnen und -ministern. Bei einem Treffen der zuständigen Ressortminister der Länder und des Bundes in Berlin wurde ein Kompromiss über zukünftige Standorte für Wasserstoffcluster verhandelt, welcher von Niedersachsen und Baden-Württemberg ganz unterschiedlich interpretiert wird.

Der Kompromiss sieht vor, dass regionale Wasserstoffcluster entstehen, die miteinander verknüpft werden müssen. Die Elektrolyseure, welche für die Umwandlung in Wasserstoff notwendig sind, sollen dabei netz- und systemdienlich positioniert werden. Der Niedersächsische Umweltminister, Olaf Lies, erklärt: “Die Offshore-Windenergie wird ein wesentlicher Eckpfeiler der Energieversorgung werden. Diese wird aber in Zukunft aus grünem Strom und grünem Wasserstoff bestehen.” Seiner Meinung nach sollten vor allem an der Küste, wo große Mengen erneuerbare Energien vorhanden sind, zukünftig zentrale Standorte zur Erzeugung von grünem Wasserstoff entstehen. Damit einher ginge auch die Wertschöpfung neuer Arbeitsplätze. “Industrie folgt Energie,” schließt Lies.

Thekla Walker, Baden-Württembergs Umweltministerin, erklärt hingegen erfreut, der Kompromiss sehe vor Wasserstoff allen Regionen Deutschlands zur Verfügung zu stellen. “In keinem Fall wollen wir, das Wasserstoff lediglich in einigen Regionen verfügbar ist und Industrien dem Wasserstoff sprichwörtlich ‚hinterher‘ ziehen.” Man habe damit einen seit langem ungelösten Konflikt zwischen den Nord- und Südländern aufgelöst.

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