Neues Dienstleistungskonzept vorgestellt

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Dr. Deniz Akitürk, Geschäftsführer der Rheinmetall Project Solutions GmbH, stellte gestern in Bonn das neue militärische Dienstleistungskonzept des Düsseldorfer Mutterkonzerns vor. (Foto: BS/Portugall)

Gestern hat sich die Rheinmetall Project Solutions GmbH bei einem Pressegespräch in Bonn erstmals den Fachmedien vorstellt. Der Düsseldorfer Mutterkonzern gründete eine eigene Gesellschaft, um künftig Ressourcen und Fähigkeiten für Dienstleistungen zu bündeln, wie z.B. Einsatzunterstützung, Depot-Organisation oder Munitionsaltlastenentsorgung. Ziel sei es, so der Geschäftsführer der Rheinmetall Project Solutions GmbH, Dr. Deniz Akitürk, “die Kunden auch durch spezifische Dienstleistungen bei ihren Missionen langfristig zu unterstützen.”

Das neue Geschäftsfeld solle auch durch eine verstärkte Zusammenarbeit der Rheinmetall Project Solutions GmbH mit der Rheinmetall Canada Inc. und ihren spezifischen technologischen Erfahrungen mit den kanadischen Streitkräften international ausgebaut werden. Weltweit, so Dr. Akitürk, folgten Streitkräfte und weitere Bedarfsträger dem Trend, Dienstleister für das Erbringen von Unterstützungsleistungen einzusetzen, die keine militärischen Kernaufgaben seien. Experten gehen weltweit – ohne die Volksrepublik China – von einem jährlichen Umsatz von rund 350 Milliarden Euro in diesem Marktsegment aus.

Die Rheinmetall Project Solutions mit Sitz in Düsseldorf biete Leistungen “aus einer Hand” an, so dessen CEO, und könne dabei nicht nur auf das umfangreiche Produktportfolio Rheinmetalls, sondern auch auf die langjährigen Erfahrungen des Konzerns in den Bereichen Einsatzunterstützung und “Service Support” aufbauen. Das Spektrum umfasse Projektmanagement, Ingenieur-Design-Kompetenzen, integriere Logistikdienstleistungen, Bereitstellung von Infrastruktur, Sensorik, Überwachungs- und Schutzsysteme sowie die Personalgestellung – auch in gefährlichen Einsatzgebieten.

Anspruch Rheinmetalls, so Dr. Akitürk, sei es dabei, als “One-Stop-Shop” für den Kunden – in Deutschland die Bundeswehr – zu fungieren. So könne das Tochterunternehmen bspw. für die Unterbringung im Einsatz Feldlager planen und errichten, gehärtete Bereiche schaffen, die Überwachung einschließlich moderner Sensorik und Robotik übernehmen, das Feldlager einschließlich der erforderlichen Logistikleistungen und Personalgestellung betreiben und nach Einsatzende wieder zurückbauen. Kooperationen mit anderen Unternehmen sowie weitere Akquisitionen seien geplant, um das Portfolio noch weiter auszubauen.

Erste Erfolge

So beauftragte die Bundeswehr die Rheinmetall Project Solutions GmbH mit der Rundumüberwachung eines Feldlagers in Niger mittels eines Aerostats-Überwachungsfesselballons [wir berichteten]. Außerdem schloss die “Business Unit” mit dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) einen Rahmenvertrag für das Vorhaben “Bereitstellung der Unterbringung im Einsatz” (UiE). Das vom BAIUDBw initiierte Projekt “German Armed Forces Contractor Augmentation Program” (G-CAP) [wir berichteten] soll die stationäre Unterbringung im Einsatz durch gewerbliche Dienstleister ermöglichen. Rheinmetall ist eine von drei Firmen, die von der Bundeswehr als strategischer Partner für die Unterbringung im Einsatz ausgewählt worden sind.

Dr. Deniz Akitürk und Oberst d.R. Dr. Marc Lemmermann, Vice President Regional Business Development der Rheinmetall Canada Inc., erklärten das Konzept “Rheinmetall Integrated Projects & Services” als Ziel zur Bündelung bestehender Projekte und Fähigkeiten auf dem internationalen Markt für Militärlogistik.

Der Mutterkonzern

Die börsennotierte Rheinmetall AG versteht sich mit seinen weltweit mehr als 25.000 Mitarbeitern als “integrierter Technologiekonzern” und als “führendes internationales Systemhaus für Sicherheitstechnologie.” Während der Anteil der Rüstung am Gesamtjahresumsatz von rund 5,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr 63 Prozent betrug, so soll dieser Anteil bis 2025 bei einem Zielumsatz von ca. 8,5 Milliarden Euro auf 70 Prozent anwachsen.

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