Fast 250 Ertrunkene

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Trotz des Einsatzes der Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG, Foto) kamen in diesem Jahr bereits fast 250 Personen hierzulande im Wasser ums Leben. Die meisten starben an unbewachten und ungesicherten Gewässern. (Foto: BS/DLRG)

In Deutschlands Gewässern sind bis zum Ende des Sommers mindestens 245 Menschen ertrunken. Zwischen Jahresbeginn und Ende August kamen damit laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) 82 Menschen weniger im Wasser ums Leben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

“Verglichen mit dem Vorjahr gab es in den Sommermonaten deutlich weniger Badetote”, sagte DLRG-Präsident Achim Haag. Das sei vor allem auf den sonnenarmen und kühleren August zurückzuführen. Für diesen Monat weist die DLRG-Statistik 40 Opfer aus, im heißen August 2020 waren es 117. “Im Umkehrschluss haben wir in diesem Sommer wieder erlebt, wie die Zahl tödlicher Unfälle während einer Hitzeperiode in die Höhe schnellt. Im sehr warmen Juni mit vielen Sonnentagen ertranken 76 Menschen und somit 30 mehr als im Juni 2020”, so Haag weiter.

Die meisten Unfälle in diesem Jahr ereigneten sich an überwiegend ungesicherten Gewässern. 183 Menschen starben allein in Seen und Flüssen, das sind rund 75 Prozent aller Fälle. Haag verlangte: “Wir müssen die Sicherheit an den unbewachten Gewässern in Deutschland erhöhen. Dafür ist Aufklärungsarbeit ebenso wichtig wie das Umsetzen konkreter Sicherheitsmaßnahmen.”

Von den 245 Opfern sind im Ländervergleich in Bayern mit 49 die meisten ertrunken (minus 18 im Vergleich zum Vorjahr). Dahinter folgen Baden-Württemberg (28 Ertrunkene) und Mecklenburg-Vorpommern (27). Dort ertranken entgegen dem Trend mehr Menschen als 2019 (plus elf Badetote). Einen Anstieg verzeichnete die DLRG auch in Sachsen sowie in Bremen, Hamburg und Sachsen-Anhalt. Gestiegen sind die Zahlen der Todesfälle auch in den deutschen Küstengewässern: 18 Menschen verloren in der Ostsee (plus vier) ihr Leben, sieben Person in der Nordsee (plus drei).

Mehr Badetote zwischen sechs und 15 Jahre alt

In den meisten Altersgruppen waren 2021 bisher weniger Ertrunkene zu verzeichnen. Das trifft auch auf die Kinder bis zum Alter von fünf Jahren zu. Allerdings ertranken unter den Sechs- bis 15-Jährigen 24 Kinder und Jugendliche und damit 14 mehr. Die Hälfte von ihnen kam im heißen Juni zu Tode, 18 der 24 Personen verloren während der drei Sommermonate ihr Leben im Wasser. “Möglicherweise ist dieses traurige Ergebnis auch eine Folge der Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie”, vermutete Haag. Über viele Monate habe keine Schwimmausbildung stattfinden können. Unsichere Schwimmer seien noch unsicherer geworden und in der bewegungsarmen Zeit habe sich auch der allgemeine Fitnesszustand verschlechtert.

Im Geschlechtervergleich bleiben Männer die Risikogruppe. Auf sie entfallen 80 Prozent der Opfer. Hauptgründe für das Ertrinken sind das Baden an unbewachten Abschnitten, Leichtsinn, Selbstüberschätzung und der Einfluss von Alkohol.

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