Deutlich mehr Attacken auf Polizeibeamte

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Polizeibeamte werden hierzulande immer häufiger angegriffen. Das geht aus einem entsprechenden Lagebild des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor. (Foto: BS/Andreas Trojak, CC BY 2.0, www.flickr.com)

Im vergangenen Jahr sind deutlich mehr Polizistinnen und Polizisten im Dienst angegriffen worden als noch 2019. Im abgelaufenen Kalenderjahr wurden 38.960 Gewalttaten gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und – beamte (PVB) verzeichnet. Das waren 325 Fälle mehr als 2019, was einem prozentualen Anstieg um 0,8 Prozent entspricht. Dies geht aus dem aktuellen “Bundeslagebild Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte” des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor.

Bei der Anzahl der als Opfer von solchen Gewalttaten erfassten PVB fiel der Anstieg demnach noch deutlicher aus. Hier wurden im Jahr 2020 84.831 betroffene PVB gezählt, also 4.474 Opfer mehr als im Vorjahr (+5,9 Prozent; 2019: 80.084). Damit erreichen sowohl die Fall- als auch die Opferzahlen im Bereich der Gewaltkriminalität gegen PVB erneut Höchstwerte. Der negative Trend der letzten Jahre setzte sich auch 2020 fort. So stieg die Anzahl der Gewalttaten gegen PVB seit 2012 um 20 Prozent und die Anzahl der als Opfer registrierten PVB sogar um 42 Prozent. Diese Entwicklungen verdeutlichen die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber PVB in der Bevölkerung und zeugen von einer sinkenden Wertschätzung der Einsatzkräfte.

Vor allem Männer als Täter

Besorgniserregend ist darüber hinaus vor allem der sprunghafte Anstieg der Anzahl von PVB, die Opfer von versuchten und vollendeten Tötungsdelikten wurden. Insgesamt zählte das BKA im Berichtsjahr 2020 bei 63 Mord- und Totschlagdelikten 114 PVB als Opfer, damit wurden bundesweit 42 mehr PVB als Opfer registriert als im Vorjahr (2019: 72 PVB). Bis auf einen Mordfall blieben die Tötungsdelikte im Versuchsstadium.

Im Bereich der Gewaltkriminalität gegen PVB gab es weitere prozentual signifikante Anstiege der Opferzahlen bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungsdelikten, die gegenüber 2019 um 20,6 Prozent zunahmen (2019: 2.280; 2020: 2.749 PVB) sowie bei den tätlichen Angriffen, bei denen mit 29.247 PVB insgesamt 11,7 Prozent mehr als Opfer registriert wurden als im Vorjahr (2019: 26.176 Fälle). Die meisten Opfer gab es wie schon 2019 im Zusammenhang mit Widerständen gegen Vollstreckungsbeamtinnen und Vollstreckungsbeamte – hier wurden 2020 44.213 PVB als Opfer gezählt.

Der Großteil der bei Gewalttaten gegen PVB ermittelten Tatverdächtigen ist männlich (84,5 Prozent) und deutsch (69,8 Prozent). Von den Verdächtigen waren viele zudem polizeilich bekannt (75,5 Prozent) und mehr als jeder zweite stand während der Tat unter Alkoholeinfluss (52,4 Prozent).

Das komplette BKA-Lagebild kann hier abgerufen werden.

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