Ransomware-Angriff auf Landesverwaltung

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Hacker-Angriffe auf Kommunen nehmen immer mehr zu. Die Nutzung von Ransomware, also Schadprogramme zur Verschlüsselung von Daten, zählt dabei zu den beliebtesten Angriffsmethoden. (Foto: Khusen Rustamov, pixabay.com)

In Schwerin und beim benachbarten Landkreis Ludwigslust-Parchim hat ein Verschlüsslungstrojaner große Teile der öffentlichen Verwaltung lahmgelegt. Bei einem Angriff auf einen kommunalen IT-Dienstleister musste das komplette System heruntergefahren werden. Die Bürgerämter sind geschlossen.

Der kommunale IT-Dienstleister KSM/SIS – welcher IT-Dienstleistungen für die Verwaltung der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommern, für den Landkreis und Versorgungsbetrieben. zur Verfügung stellt – entdeckte die Schadsoftware und musste “sämtliche IT-Systeme des Verbundes herunterfahren” berichtete der Schweriner Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD). Weitere Einzelheiten konnte der SPD-Politiker nicht berichten, dafür sei es “zum derzeitigen Zeitpunkt zu früh. Der Krisenstab der SIS/KSM wird alle notwendigen Maßnahmen einleiten und regelmäßig informieren”, erklärte Badenschier.

Die Bürgerdienste sind damit nicht mehr funktionsfähig. Einzig Feuerwehr und Rettungsdienste können ungestört arbeiten, sämtliche Dienstleistungen der Stadt und des Landkreises sind nicht erreichbar und auch die Bürgerbüros und die kommunale Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) sind geschlossen oder arbeiten eingeschränkt.

Landrat Stefan Sternberg (SPD) erklärte, dass der Angriff professionellen, gezielten Mustern folgte: “Eine Lösegeldforderung ist noch nicht eingegangen. Wir gehen nicht davon aus, dass wir ein Datenleck haben.” Letzteres kann allerdings noch nicht bestätigt werden.

Bürgermeister Badenschier geht davon aus, dass die Bürger/-innen mindestens bis zur nächsten Woche auf viele Verwaltungsdienstleistungen verzichten müssen: ” Die Rechner sind aus, deswegen können wir noch nicht sagen, wie groß der Schaden ist”, sagte der SPD-Politiker.

Nicht der erste Angriff diesen Jahres

Beim Ransomware-Angriff in diesem Jahr auf die Kreisverwaltung Anhalt-Bitterfeld zieht sich der Wiederaufbau der IT bereits über mehrere Monate. Mit ähnlichen Einschränkungen sollte also auch in diesem Fall zu rechnen sein. Badenschier versicherte aber, dass in Einrichtungen der Sicherheit und Ordnung – wie Polizei und Feuerwehr – die Handlungsfähigkeit uneingeschränkt garantiert sei.

1 Kommentar

  1. Das Problem sind irgendwelche Politiker oder Andere Stellen, die irgendwas zu sagen haben und von der ganzen Sache absolut keine Ahnung haben. Die Ignoranz der letzten 30 Jahre fällt uns heute auf die Füße. Die Leute, die das Problem mit der Digitalisierung, inklusive Klüngelei, der Deutschen IT-Branche verursacht haben, versuchen heute mit ihren unveränderten Dilettantismus die Probleme zu lösen. Mindestens seit Einstein wissen wir das es nicht geht. Hier muss eine ganze Generation in die Rente geschickt werden, wenn wir wirklich etwas bewirken wollen, oder wir werden zum Schwellenland der Moderne.

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