Doch sehr befremdlich

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Generalmajor a. D. Reinhard Wolski, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Experte des Behörden Spiegel und war in seiner letzten Verwendung Chef des Amtes für Heeresentwicklung. (Foto: privat)

Vor ziemlich genau 17 Jahren, am 19. Oktober 2004, schraubten sich zwei Mittlere Transporthubschrauber CH-53 GS des deutschen ISAF-Kontingents in die selbst für Heerespiloten ungewohnte Flughöhe von über 16.000 Fuß in das Pamir Gebirge. Der Flugweg führte entlang der Staatsgrenzen Tadschikistans, Usbekistans und Pakistans über Kunduz und Faizābād (dort vorgeschobener Verfügungsraum) zu einer Stelle 40 km von der chinesischen Grenze.

Auftrag: Rettung von in Bergnot geratenen Wahlhelfern mit Wahlurnen der ersten freien Präsidentschaftswahlen in Afghanistan.  Außerdem Rettung eines U.S.-Para-Rescue Teams, das ebenfalls in Berg- und Höhennot geraten war.  Diese Personen waren stark dehydriert und unterkühlt.

Alle anderen Kräfte der ISAF-Koalition hatten diesen fordernden Auftrag zurückgewiesen, aus Wetter- oder anderen Belastungsgründen. 

Das deutsche Flieger-Kontingent rettete Wahlhelfer, Wahlurnen mit Stimmzetteln und auch das amerikanische Rettungsteam an verschiedenen Orten in Schnee und Eis. 11 Personen wurden insgesamt gerettet, Wahlurnen und Unterlagen wurden in Kunduz an die UNO übergeben, es waren die letzten in Afghanistan noch auszuzählenden Stimmzettel der Wahl von 2004. 

Im Laufe der Afghanistan-Operationen wurden regelmäßig die demokratischen Wahlen durch „ISAF“ und „Resolute Support“ unterstützt, immer in Richtung Selbstständigkeit der Wahldurchführung durch Afghanistan.

Aber besonders die Hubschrauberbesatzungen der „Mission Rescue 51“, als Angehörige einer Parlamentsarmee, fragen sich wahrscheinlich, warum man in unserer Bundeshauptstadt Berlin, einem Zentrum der Demokratie Europas, keine ordentlichen Wahlen hinbekommt…das ist doch sehr befremdlich.

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