Mehr Resilienz von Behörden und Unternehmen gefordert

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Christan Kromberg (mitte), Beigeordneter der Stadt Essen, fordert eine einheitliche Resilienzstrategie. (Foto: BS/ASW West)

Unter dem Titel „Krisenangst“ und der Schirmherrschaft des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul diskutierten Vertreter von Unternehmen und Behörden, welche Auswirkungen aktuelle Krisen auf ihre Arbeitsfähigkeiten haben und wie eventuelle Schäden in Zukunft besser gehandhabt werden können. So forderte Christian Kromberg, Beigeordneter der Stadt Essen für den Geschäftsbereich für Allgemeine Verwaltung, Recht und öffentliche Sicherheit und Ordnung, eine Resilienzstrategie des Bundes.

Laut Kromberg müsse die Bevölkerung für Krisensituationen sensibilisiert werden, die Kooperation zwischen Kommunen, Länder und Bund müsse verstärkt werden und die Kompetenz des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) müsse erweitert werden.

Ein besonderer Fokus wurde vor allem auf die Cyber-Resilienz von Behörden und Unternehmen gelegt. Katharina Geutebrück, Managing Director der Geutebrück GmbH, ärgert sich hauptsächlich über die fehlende Souveränität und die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern in Bezug auf Sicherheitstechnik. Ihrer Meinung nach kann die Resilienz eines Unternehmens oder einer Behörden durch visionäres Vordenken und Vorsorge gesteigert werden. Ihr stimmt auch Prof. Dr. Frank Gillert von der Technischen Hochschule Wildau zu. „Es ist schlimm und es wird schlimmer“, so Gillert. Das Konzept der Sicherheit sei ein „Dino“, der ausgestorben sei. „Es ist keine Frage, ob sondern wann etwas passieren wird“, so Gillert weiter. Es sei wichtig, dass im Krisenfall kein Aktionismus aufkomme, sondern kontinuierlich an Lösungen gearbeitet werde, vor allem durch visionäres Vordenken.

Auch zum Thema Pandemie wurden ähnliche Meinungen geäußert. „SARS-CoV-2 wird nicht die letzte Pandemie bleiben. Also müssen wir uns fragen, wie wir uns richtig schützen. Da die Art der nächsten Pandemie nicht bekannt ist, brauchen wir Wege, uns allgemein darauf vorzubereiten“, so Prof. Dr. Mirko Trilling vom Universitätsklinikum Essen. Gerade kritische Infrastrukturen ließen sich durch eine gute Vorbereitung schützen, etwa durch eine gute Vorratshaltung, Katastrophenübungen und Kooperationen der wesentlichen Stellen. Ebenso forderte Prof. Dr. Mirko Trilling ein besseres, also smartes Meldewesen, um der Dynamik von Infektionskrankheiten professionell zu begegnen.

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