Energieverbrauch gesenkt – Reinigungsleistung erhöht

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Deutsche Kläranlagen übertreffen internationale Reinheitsvorgaben. Dennoch kann immer noch mehr getan werden, um unser Trinkwasser rein zu halten. (BS/Michal Jarmoluk, pixabay.com)

Kommunale Kläranlagen konnten auch während der Corona-Pandemie die Vorgaben der EU-Kommunalabwasserrichtlinie in vielen Bereichen deutlich übertreffen. Um die kommunalen Kernleistungen Wasserver- und Abwasserentsorgung auch zukünftig zu stärken, empfiehlt der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) unter anderem eine bessere Personalausstattung sowie die Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit.

Laut Kommunalabwasserrichtlinie müssen 80 Prozent des Gesamtphosphors aus dem Abwasser entfernt werden. Diese Vorgabe wurde diese Marke um 13,1 Prozent übertroffen. Gleiches gilt für Stickstoffe, die bundesweit zu 83,2 Prozent eliminiert wurden. Durch die Eliminierung dieser besonderen Nährstoffe wird eine Eutrophierung der Gewässer und von Nord- sowie Ostsee verhindert. Hinzu kommt, dass auch die Abbauleistung von Chemischem Sauerstoffbedarf (CSB) mit 95,6 Prozent deutlich über den Vorgaben liegt.

Des Weiteren konnte seit 2011 der Gesamtstromverbrauch der Kläranlagen auf 31,2 kWh pro Einwohner und Jahr von vormals 34 kWh gesenkt werden. Gleichzeitig konnten im Jahr 2020 insgesamt 1.118 GW Eigenstrom durch Kläranlagen erzeugt werden. Damit erreicht die Eigenstromversorgung, laut DStGB, bezogen auf den Elektrizitätsverbrauch einen Anteil von 36 Prozent.

Neben besserer Personalausstattung und verstärkter interkommunaler Zusammenarbeit, bedarf es eine Sensibilisierung der Konsumenten für wasserschädliche Produkte sowie einen ausgeweiteten Gewässerschutz, um die Trinkwasserversorgung zu gewährleisten, meint der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Einträge von Nitrat, Mikroplastik oder auch Arzneimitteln in die Gewässer bzw. in das Abwasser müssten demnach möglichst an der Quelle vermieden werden. Und in Deutschland sowie auf europäischer Ebene sollte eine erweiterte Herstellerverantwortung für das Wasserrecht angestrebt und damit in der Wirkungskette früher angesetzt werden.

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