Positive Einstellung zur Bundeswehr

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(Foto/BS/JensMo, pixabay.com)

Wie wird die Bundeswehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen? In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Grundhaltung der Deutschen zur Bundeswehr und zur Sicherheits- und Verteidigungspolitik durchwegs positiv entwickelt. Das geht aus einer aktuellen Studie  des Zentrums für Sozialwissenschaften und Militärgeschichte der Bundeswehr (ZSMBw) hervor.

Die Studie “Trendradar 2021“ von Timo Graf basiert auf der jährlichen Bevölkerungsbefragung des ZSMBw, welches als längste Reihe der Sicherheits- und verteidigungspolitischer Umfragen in Deutschland gilt. Die Ergebnisse der Umfrage im Studienzeitraum von 2010-2020 fielen positiv aus. Mindestens 75 Prozent der Deutschen sind gegenüber der Bundeswehr positiv eingestellt, ein Großteil der Bevölkerung schenkt den Soldatinnen und Soldaten gegenüber zudem ein hohes Maß an Vertrauen. Auch die Aufgaben der Bundeswehr erfährt eine klare Zustimmung der Bevölkerungsmehrheit. Anders steht es um das Verhältnis von Bundeswehr und Gesellschaft. Zwar wird das Verhältnis im Ganzen positiv bewertet, doch viele Bürgerinnen und Bürger sind der Ansicht, dass sie nicht viel unternehme, um mit der Gesellschaft in Kontakt zu bleiben. Das Ergebnis zur Ausrüstung und Leistung der Bundeswehr ist über die Jahre konstant geblieben. Der Großteil der Bürger bewertet die Leistungen der Bundeswehr im Inland positiv und überwiegend positiv im Ausland.

Die Ausrüstung und Bewaffnung wurden überwiegend negativ seit Erhebungsbeginn der Frage im Jahr 2015 beurteilt. Seit 2018 nahm die Kritik zu. Laut der Studie sei “der verbesserungswürdige Ausrüstungsstand der Streitkräfte seit mehreren Jahren im Bewusstsein der Bevölkerung”.

Zwischen 58- und 60 Prozent sind der Auffassung, dass sich Deutschland sicherheits- und verteidigungspolitisch vorrangig in der NATO engagieren solle.

Bei der Wahl der Mittel der Außen- und Sicherheitspolitik werden diplomatische Verhandlungen und Entwicklungszusammenarbeit sowie Ausbildungs- und Stabilisierungseinsätze mehrheitlich bevorzugt. Kampfeinsätze seien weniger ein geeignetes Instrument. Dies liege daran, dass lediglich zwischen 45 Prozent und 51 Prozent der Deutschen der Ansicht waren, dass die Bundeswehr gegnerische Kräfte im Auslandseinsatz bekämpfen sollte. Die Anzahl der Auslandseinsätze sind im Zeitraum der Studie gestiegen, die Kenntnis darüber in der Bevölkerung aber deutlich zurückgegangen: „Während in den Jahren 2010 bis 2014 einzelne Einsätze einer Mehrheit der Bürger bekannt waren, ist seit 2015 kein einziger Auslandseinsatz der Bundeswehr in der Bevölkerung bekannt“, so das Ergebnis der Studie. 40 Prozent der Bürger haben sich im Jahr 2015 gut informiert gefühlt, 2020 waren es nur noch 16 Prozent.

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