Welche Erkenntnisse gewinnen wir zum Thema Ehrenamt?

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Die jüngste Flutkatastrophe hat die Bedeutsamkeit des ehrenamtlichen Engagements noch einmal stärker bewiesen. (Foto: Hans Braxmeier, pixabay.com)

Bei einer akuter Gefahrenlage sind die Deutschen spontan bereit Hilfe zu leisten. Diese Erkenntnis wurde bei der jüngsten Flutkatastrophe deutlich. Dieser ehrenamtliche Einsatz setzte ein Zeichen der Solidarität und Ermutigung in einer Zeit der Hoffnungslosigkeit für Betroffene. Welche weiteren Erkenntnisse werden zum Thema Ehrenamt gewonnen?

Der Malteser Ehrenamtsmonitor misst den Puls der Gesellschaft beim Thema ehrenamtliches Engagement. Dabei ermittelt das Befragungsinstitut YouGov dreimal jährlich im Auftrag der Malteser Hilfsdienst (MHD) durch Kurzumfragen die Sicht der Bevölkerung auf wichtige gesellschaftliche Fragen zum Thema Ehrenamt. Beim ersten Ehrenamtsmonitor geht es um das “Ehrenamt in Krisen und Katastrophen”. Die Malteser wollen vor dem Hintergrund von Corona-Pandemie und Flutkatastrophe von den Menschen in Deutschland wissen, wie sehr krisenhafte Herausforderungen das Sicherheitsgefühl beeinträchtigen.

Bei der Befragung stimmten 40 Prozent der Aussage, dass staatliche Institutionen zum Schutz der Bevölkerung in Krisen und Katastrophenzeiten mehr tun sollten. Ehrenamtliche Organisationen spielen aktuell eine sehr große Rolle. Das liegt daran, dass das staatliche Handeln und ehrenamtlicher Katastrophenschutz keine Gegensätze seien. Denn Hilfsorganisationen agieren in Krisenzeiten als Helfer des Staates, was jedoch so in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wird. Hier müssen Staat und Hilfsorganisationen Aufklärungsarbeit leisten und die Aufgaben dieser Organisationen deutlicher positionieren. Diese erste Lehre zogen die Verantwortlichen des MHD aus der Umfrage.

Eine weitere Erkenntnis der Befragung ist, dass die Menschen in Deutschland die Leistung von Hilfsorganisationen wie dem MHD erkennen. In diesem Fall zeigen viele eine spontane Hilfsbereitschaft in einer akuten Gefahrenlage. Denn die aktuellen Krisen haben die Bedeutung der Reserven der Hilfsorganisationen im Notfall bewiesen. Bei den Befragten erklärten sich jedoch wenige Menschen dazu bereit, sich selbst regelmäßig zu engagieren. Hier sei es wichtig, Wege zu finden, um den Einstieg in ein regelmäßiges ehrenamtliches Engagement zu erleichtern.

Anders sieht es mit dem Selbstschutz aus. Die Befragten äußerten den Wunsch, sich selbst besser schützen zu können. An Erste-Hilfe-Kursen des MHD nehmen jährlich fast 400.000 Menschen teil. Diese bieten einen wichtigen Einstieg zur Selbsthilfe, welche eine der wesentlichen Säulen der Arbeit des MHD bildet.

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