Start des Gemeinsamen Lagezentrums in absehbarer Zeit

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Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, zeigte sich zuversichtlich mit Blick auf die Arbeitsaufnahme des Gemeinsamen Kompetenzzentrums von Bund, Ländern und Kommunen. (Foto: BS/Laurence Chaperon)

Das im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) geplante Gemeinsame Lagezentrum von Bund, Ländern und Kommunen dürfte bereits im kommenden Jahr seine Arbeit aufnehmen. Darauf lassen Äußerungen von BBK-Präsident Armin Schuster schließen.

Zudem kündigte er einen massiven Ausbau der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) an. Derzeit verzeichnet sie etwa 10.000 Teilnehmer pro Jahr. Mittelfristig sollen es 40.000 bis 50.000 jährlich sein. Dafür ist auch ein zweiter Standort neben der Institution in Bad Neuenahr-Ahrweiler vorgesehen. Dieser wird aller Voraussicht nach in Stralsund aufgebaut werden.

Schuster hält unterdessen die strikte und schematische Trennung zwischen Zivil- und Katastrophenschutz für nicht mehr zeitgemäß. Er will zwar auch in Zukunft das Prinzip der regionalen Führung beibehalten, plädiert aber für eine stärkere zentrale Koordination. Hier könne das BBK als Leitbehörde fungieren. Zudem will Schuster den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz stärken.

Aus seiner Sicht müsse künftig weniger in Strukturen gedacht werden. Vielmehr komme es darauf an, den Menschen ins Zentrum des Handelns im Bereich des Bevölkerungsschutzes zu stellen. Darüber hinaus dürfe es nicht zu viel “lessons learned”-Analysen geben. Es brauche eher noch mehr Risikoanalyse, insbesondere von Szenarien, die bislang noch nicht eingetreten sind. Risikoanalysen habe das BBK zwar schon immer durchgeführt. Diese seien öffentlich und von der Politik lange Zeit jedoch nicht ausreichend wahrgenommen und gewürdigt worden. Dies werde sich künftig ändern, da die Priorität des Bevölkerungsschutzes deutlich zugenommen habe, so Schuster. Dennoch verlangte er mit Blick in die Zukunft: “Wir brauche viel mehr Frontscheibe als Rückspiegel.”

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