DFV: Oschmann wiedergewählt

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Der alte und der neue Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverband (DFV) für die Freiwilligen Feuerwehren: Lars Oschmann. (Foto: BS/DFV)

Lars Oschmann wurde als Vizepräsident für die Freiwilligen Feuerwehren im Deutschen Feuerwehrverband (DFV) auf der 68. Delegiertenversammlung wiedergewählt.

Damit setzte sich der 49-Jährige gegen Sascha Guzy, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Berlin (LFV Berlin), und Birgit Kill vom Verband der Feuerwehren in NRW (VdF NRW), durch. Er erhielt im ersten Wahlgang 62,75 Prozent bzw. 96 der 153 Stimmen. Oschmann ist seit 2016 DFV-Vizepräsident. Kill konnte 35 Stimmen bzw. 22,88 Prozent auf sich vereinigen. Für Guzy votierten 22 bzw. 14,38 Prozent der Stimmberechtigten.

Oschmann kündigte in seiner Bewerbungsrede an, sich auch weiterhin für die Hinterbliebenenabsicherung von verheirateten und auch nicht-verheirateten Partnerinnen und Partnern einsetzen zu wollen. Mittlerweile habe man auf Bundesebene schon Fortschritte in diesem Bereich gemacht. Zudem wolle Oschmann über den DFV eine zusätzliche Altersrente für Feuerwehrkräfte bei der deutschen Rentenversicherung etablieren. Zudem möchte Oschmann als Jurist seine rechtlichen Kompetenzen weiter in den Bereichen Technik und Sozialwesen einbringen. Mit Blick auf die internen Querelen der Vergangenheit sagte der Thüringer: “Vermeintlich verloren gegangenes Vertrauen kann vom DFV nur durch gute Arbeit zurückgewonnen werden. Diese Arbeit leistet unser Verband.” Dennoch müssten die Erfolge der Arbeit besser kommuniziert werden, forderte Oschmann.

“Ein Weiter-so darf es nicht geben”, sagte Guzy bei seiner Bewerbungsrede. Zwar freue er sich, dass es einen neuen Präsidenten gebe, dennoch dürfe man an diesem Punkt nicht stehen bleiben. Er wolle die Zukunft gemeinsam gestalten und das Ehrenamt stärken. Der Berliner wolle dem DFV zur alten Stärke verhelfen. Er forderte vor dem Hintergrund der langen Streitigkeiten im Präsidium des DFV, dass man wieder aufeinander zugehen müsse und wieder kameradschaftlich handeln solle. Dazu müsse der DFV seine Arbeit für seine Mitglieder transparent gestalten.

Die Kandidatin aus NRW warb bei Ihrer Vorstellung für mehr (Online-)Fortbildungen, Netzwerke und Veranstaltungen für Feuerwehrfrauen. Sie verwies dabei auf ihre Arbeit in NRW im Projekt Florentine NRW, bei dem sie Projektleiterin ist. Dies müsse auch bundesweit Schule machen. Kill wolle sich im besonderen Maße für Frauen in der Feuerwehr, Vereinbarkeit von Familie und Ehrenamt sowie Sport und Gesundheitsförderung einsetzen.

Kritik und Bedauern aus NRW

Bedauern über den Ausgang der Wahl kommt aus NRW: “Wir gratulieren Lars Oschmann zur mehrheitlichen Wiederwahl, sind aber natürlich vom Wahlergebnis im DFV sehr enttäuscht. Wir haben den Delegierten eine hervorragende Kandidatin vorgeschlagen. Der Deutsche Feuerwehrverband hat die große Chance verpasst, in seine Außendarstellung und das wichtige Verbandspräsidium endlich erstmals eine Feuerwehrfrau einzubinden. Mehr Frauen in die Männerdomäne Feuerwehr einzubinden, ist eine unserer wichtigsten Zukunftsaufgaben. Gerade deshalb hat der Deutsche Feuerwehrverband heute ein fatales Signal ausgesendet”, erklärte VdF-NRW-Vorsitzender Dr. Jan Heinisch. Der stellvertretende Vorsitzende des VdF NRW, Bernd Schneider, kritisierte: “Wir können nicht einerseits für mehr Frauen in den Feuerwehren werben und andererseits hervorragende und modern denkende Kandidatinnen ablehnen. Das war heute eine Chance für ein zeitgerechtes Gesicht des DFV. Diese Chance wurde vertan.”

In der Wahl für das Vizepräsidentenamt für die Bundesgruppe Berufsfeuerwehren wurde Karl-Heinz Frank, Leiter der Feuerwehr Frankfurt am Main, einstimmig gewählt. Es gab keinen Gegenkandidaten.

Satzungsänderungen nötig

Abseits der Wahlen wurden Änderungen an der Satzung des DFV nötig. Zum einem musste die Satzung für virtuelle Wahlen und Versammlungen angepasst und die Rahmenbedingungen dafür aufgestellt werden. Konkret soll eine virtuelle Sitzung nur dann durchgeführt werden, wenn schwerwiegende Gründe, wie Naturkatastrophen, oder sonstige außergewöhnliche Notsituationen vorliegen oder wenn aus anderen Gründen eine Präsenzveranstaltung nicht zumutbar ist. Außerdem bekennt sich der DFV mit einer Satzungsänderung ausdrücklich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung und tritt allen rassistischen, fremden- und verfassungsfeindlichen Ansichten entschieden entgegen.

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