Neue KI-App für Polizei und Zoll

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Mithilfe einer auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Smartphone-Anwendung sollen Zollbeamtinnen und -beamte künftig illegal gehandelte Kulturgüter besser und schneller erkennen können. (Foto: BS/Zoll)

In zehn Polizei- und Zolldienststellen wird ab sofort eine neue Applikation zur Identifizierung archäologischer Kulturgüter getestet. Die Anwendung basiert auf Künstlicher Intelligenz (KI) und trägt den Namen “KIKu-App” (“Künstliche Intelligenz für den Kulturgüterschutz”).

Sie soll den zuständigen Behörden helfen, illegal gehandeltes Kulturgut als solches zu erkennen. Wenn Ermittlungs- und Zollbeamte die “KIKu-App” verwenden, fotografieren sie mit einem Smartphone das zu prüfende Kulturgut aus mehreren Perspektiven. Diese Bilder werden anschließend auf der Basis eines KI-Verfahrens mit einer Datenbank über Kulturgüter abgeglichen. Daraufhin liefert die App binnen weniger Sekunden weitere Informationen über das jeweilige Objekt. Neben Angaben über Alter und Herkunftsland gibt die Applikation auch Warnhinweise, wenn das Kulturgut als gestohlen gemeldet ist. Aufgrund dieser Informationen können die Behörden dann entscheiden, ob das Objekt sichergestellt und die Provenienz durch Sachverständige genauer geprüft werden soll.

Das Projekt wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit rund 500.000 Euro aus Mitteln der KI-Strategie der Bundesregierung gefördert. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erklärte dazu: “Die Beurteilung archäologischer Objekte stellt selbst für Expertinnen und Experten eine große Herausforderung dar. Genau da setzt die KIKu-App an: Durch die Unterstützung mit Künstlicher Intelligenz-Technologie werden Polizei und Zoll zukünftig schneller und zuverlässiger zwischen illegal und legal gehandelten Objekten unterscheiden können.” So werde die App die Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgütern und damit die Durchsetzung des Kulturgutschutzgesetzes erleichtern, zeigte sie sich überzeugt. Der Prototyp der App wurde vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie und dem Softwareunternehmen cosee entwickelt. Die Testphase der Anwendung läuft bis Ende des Jahres.

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