Brandenburger Polizei muss mit der Zeit gehen

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Kriminelle entwickeln immer neue modi operandi. Darauf müssen die Polizeibehörden zeitnah und angemessen reagieren können. Dafür braucht es kontinuierliche Weiterentwicklungen. Das gelte unter anderem für die Ausstattung und Ausbildung, meint Anja Germer. Im Gespräch mit dem Behörden Spiegel erläutert sie ihre Ziele als neue Polizeiabteilungsleiterin im Potsdamer Innenministerium. Und ihr Vorgänger Dr. Herbert Trimbach schaut auf seine Dienstzeit zurück. Die Fragen stellte Marco Feldmann.

Behörden Spiegel: Frau Germer, was steht auf Ihrer Agenda als neue Abteilungsleiterin für Polizeiangelegenheiten im Brandenburger Innenministerium ganz oben?

Anja Germer: Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Denn am Ende geht es natürlich immer um das große Ganze. Mein Ziel ist es, dass wir die Brandenburger Polizei zukunftsorientiert aufstellen. Das funktioniert nur gemeinsam. Besonders wichtig sind mir unter anderem eine moderne Ausrüstung und Ausstattung sowie eine gute Ausbildung der Beamtinnen und Beamten sowie der Tarifbeschäftigten. Denn nur so kann die Polizei mit den Kriminellen, die immer neue Ansätze verfolgen und immer neue Medien nutzen, Schritt halten.

Behörden Spiegel: Welche Akzente wollen Sie im Arbeitskreis zwei der Innenministerkonferenz (IMK) setzen?

Germer: In der IMK und im Arbeitskreis zwei gibt es derzeit zahlreiche wichtige Themen. Dazu gehören unter anderem das Nationale Waffenregister, die Umsetzung der “Istanbul-Konvention” gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie das Programm “Polizei 2020”. Denn dieses hat Auswirkungen auf zahlreiche Bereiche. Denn Digitalisierung wird auch für die Polizei und ihre tägliche Arbeit immer relevanter. Das hat die Corona-Pandemie sehr deutlich gemacht. Dabei geht es zum Beispiel um den Zugriff auf Vorgangsbearbeitungssysteme über mobile Endgeräte sowie um die Vermeidung von Doppelerfassungen.

Behörden Spiegel: Herr Dr. Trimbach, wie blicken Sie auf Ihre Zeit als Polizeiabteilungsleiter im Innenministerium zurück?

Dr. Herbert Trimbach: Den Kontakt mit den Mitarbeitern, den Kolleginnen und Kollegen, vermisse ich schon etwas. Denn da haben sich über die Jahre Verbindungen ergeben, die teilweise über das rein Dienstliche hinausgehen. Bestimmte Zwänge eines Ministeriums sowie das Erfordernis der ständigen Erreichbarkeit hingegen vermisse ich nicht. Ich genieße die Eigenständigkeit im Ruhestand. Zumal ich weiterhin an verschiedenen Stellen ehrenamtlich tätig bin.

Behörden Spiegel: Gab es das eine Thema, das Sie während Ihrer gesamten Dienstzeit begleitete?

Trimbach: Themen, die mich fast meine komplette Dienstzeit als Leiter der Polizeiabteilung seit Februar 2012 massiv begleitet haben, waren der sogenannte “Nationalsozialistische Untergrund” (NSU) und die Digitalisierung der Polizei, nicht zuletzt im Zuge von “Polizei 2020”. Diese beiden Themenkomplexe hatten massive Auswirkungen auf meine Arbeit und die der Polizei Brandenburg, insbesondere auch auf die Hochschule der Polizei. Auf deren Entwicklung bin ich besonders stolz. Außerdem erinnere ich mich auch noch an das Elbhochwasser 2013 – damals war ich als Abteilungsleiter auch für den Katastrophenschutz im Innenministerium zuständig. Die damaligen Erfahrungen prägten auch meine Arbeit als langjähriger Vorsitzender des AK V der IMK.

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