Effektive Bekämpfung der Pandemie durch Digitalisierung

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RKI-Präsident Lothar Wieler erklärt auf der Protekt 2021 in Leipzig, dass nur durch Public Health-Vorgaben und eine effektivere Digitalisierung die Corona-Pandemie bekämpfbar sei. (Foto: BS)

Nach Ansicht von Professor Dr. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) sorge eine verbesserte Digitalisierung der Behörden auch für eine effektivere Bekämpfung der Corona-Pandemie. Des Weiteren bewerte er den Nutzen der Corona-Warn-App (CWA) als positiv: “Es konnten viele Infektionen – die sonst unentdeckt geblieben wären – erkannt werden, sagte Wieler auf der Protekt 2021 in Leipzig.

Insgesamt 380 Gesundheitsämter sind in Deutschland bei der Fallermittlung seit dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 aktiv. Die Arbeit richtet sich dabei nach den Empfehlungen des RKI – auch im Bereich Kontaktpersonen-Management. Die Datenübermittlung findet trotzdem erst auf Landesebene statt. Das in einigen Gesundheitsämtern immer noch Daten händisch eingetragen werden, ist für den Präsident des RKI unverständlich: “Wir befinden uns im Jahr 2021, das ist für mich schwer zu verstehen.” Deshalb hält Wieler eine effektive Digitalisierung für eine effiziente Pandemiebekämpfung für unverzichtbar: “Unser Instituts wird unterstützt durch leistungsstarke Surveillance-Systeme. Diese erfassen die Daten in real time und sind für die Bewertung der aktuellen Lage absolut notwendig.” Gute Surveillance-Systeme seien eine Notwendigkeit, die durch Digitalisierung und Automatisierung der Betriebsabläufe erreicht werden können, schlussfolgert der Mediziner.

Eine große Hilfe bei der Bekämpfung der Pandemie – vor allem im Anfangsstadium – sei darüber hinaus die CWA. Wieler erklärte, dass etwa sechs Prozent der “roten Warnungen” – also die Meldung einer Risikobegegnung auf einem mobilen Endgerät – in einem positiven Corona-Test Resultat resultiert seien: “Das sind Infektionen, die ohne die App nicht aufgefallen wären. Hier handelte es sich um Fälle, die unter dem Radar von den Gesundheitsämtern aufgetreten sind, also abseits der Kontaktpersonennachverfolgung”, so der Präsident des RKI.

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