Mehr OK-Verfahren in Niedersachsen

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Die niedersächsischen Polizeibehörden haben im vergangenen Jahr mehr Ermittlungsverfahren wegen Organisierter Kriminalität (OK) geführt als 2019. 2020 gab es 58 entsprechende Ermittlungsverfahren im Auftrag von Staatsanwaltschaft. Ein Jahr zuvor waren es noch “nur” 52 gewesen.

Zehn weitere Ermittlungskomplexe wurden im abgelaufenen Kalenderjahr von Bundeskriminalamt (BKA), Bundespolizei und Zoll geführt. Bei diesen insgesamt 68 gemeldeten Verfahren ging es zum größten Teil um den Handel mit oder Schmuggel von Betäubungsmitteln (30 Verfahren). Ein weiterer Schwerpunkt der Ermittlungen lag im Bereich der Eigentumskriminalität (18 Verfahren), dazu gehören auch die Sprengungen von Geldautomaten. Insgesamt wurde gegen 520 Tatverdächtige aus 40 verschiedenen Staaten ermittelt. Tatverdächtige deutscher Nationalität stellten dabei mit 280 Personen den größten Anteil, gefolgt von den türkischen (49) und albanischen (34) Staatsangehörigen. All das geht aus dem Lagebild “Organisierte Kriminalität in Niedersachsen 2020”, das Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Justizministerin Barbara Havliza (CDU) jüngst vorstellten.

Der hochgerechnete Gesamtschaden der OK lag im Jahr 2020 demnach bei etwa 132 Millionen Euro. Insgesamt konnten Vermögenswerte von etwa 7,8 Millionen Euro vorläufig gesichert werden, etwas weniger als im Vorjahr. Im mehrjährigen Vergleich ist jedoch insgesamt ein deutlicher Anstieg der gesicherten Vermögenswerte festzustellen. Positiv hat sich auch der landesweite Einsatz der sogenannten Financial Intelligence Officer (FIO) ausgewirkt, die als Finanzexperten in den Zentralen Kriminalinspektionen die Ermittlungen sowohl operativ als auch konzeptionell unterstützen.

Meiste Fälle wegen Rauschgiftkriminalität

Mit insgesamt 30 Verfahren bildet die Rauschgiftkriminalität erneut den herausragenden Schwerpunkt der Ermittlungen. Insgesamt wurde gegen 230 Tatverdächtige ermittelt. Bei den Drogenarten stehen Kokain und Cannabis-Produkte im Vordergrund. Heroin hat dagegen an Bedeutung eingebüßt. Die Anzahl der bearbeiteten Verfahren im Bereich der Eigentumskriminalität stieg von 15 auf 18. Die Anzahl der Tatverdächtigen nahm von 121 auf 141 zu.

2020 wurden zudem sechs OK-Komplexe gemeldet, bei denen die Tatverdächtigen in kriminelle Clan-Strukturen eingebunden waren und/oder Bezüge zu ethnisch abgeschotteten Subkulturen beziehungsweise Familienclans festgestellt wurden. Im Jahr 2019 waren es noch zehn Verfahren. Insgesamt wurde gegen 47 Tatverdächtige ermittelt (2019: 65). Diese agierten überwiegend im Bereich der Rauschgiftkriminalität.

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