“Amerika ist eine pazifische Macht”

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(Foto: U.S. Army/Spc. XaViera Masline)

Vergangene Woche hielt der amerikanische Verteidigungsminister Lloyd J. Austin III eine Rede beim Reagan National Defense Forum, die ganz im Zeichen seiner jüngsten Asien-Reise stand. “Dies war meine dritte Reise als Verteidigungsminister in den Indopazifik. Und das ist ein weiteres Zeichen für die Priorität, die wir der Region einräumen, und für unser Engagement für ihre Sicherheit, ihren Wohlstand und ihre Offenheit”, sagte Austin. “Amerika ist eine pazifische Macht. Und das werden wir immer sein.” Eine Herausforderungen sei allerdings das Aufkommen eines zunehmend selbstbewussten und autokratischen Chinas.

Die Dimensionen und Geschwindigkeit, mit denen China seine Streitkräfte modernisierte, überträfen alles bisher Gekannte. “Präsident Biden hat gesagt, dass wir mit der Volksrepublik China in einem ‘harten Wettbewerb’ stehen. Und er hat deutlich gemacht, dass Peking der einzige Konkurrent ist, der ‘in der Lage ist, seine wirtschaftliche, diplomatische, militärische und technologische Macht zu kombinieren, um ein stabiles und offenes internationales System nachhaltig herauszufordern'”, zitierte Austin.

Der U.S. Verteidigungsminister betonte: “Chinas Militär ist auf dem besten Weg, ein ebenbürtiger Konkurrent der Vereinigten Staaten in Asien – und schließlich auf der ganzen Welt – zu werden. Die chinesische Führung baut ihre Fähigkeit zur Entsendung der Streitkräfte aus und errichtet ein globales Netz an Militärstützpunkten.” In allen Bereichen erweitere die People’s Liberation Army (PLA) ihre Fähigkeiten, von der Luftverteidigung bis zur U-Jagd. “Sie konzentriert sich zunehmend auf die Integration von Informations-, Cyber- und Weltraumoperationen.” Daneben investiere China konzentriert in Schlüsselbereiche, darunter Quantenforschung. “Peking strebt nach dem, was seine Führung ‘einheimische Innovation’ nennt, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern. All dies führt zu raschen Fortschritten in der chinesischen Technologie, was erhebliche Auswirkungen auf das chinesische Militär hat.”

Von dieser Entwicklung seien auch die Nuklearwaffen nicht ausgenommen. “Die PLA hat ihre nuklearen Fähigkeiten rasch ausgebaut. Dazu gehören die Aufstockung ihres Nukleararsenals auf mindestens tausend Sprengköpfe bis 2030, die Modernisierung ihrer Trägersysteme und der Aufbau einer im Entstehen begriffenen nuklearen Triade”, sagte Austin. “Die Führer der Kommunistischen Partei Chinas haben ihre Unzufriedenheit mit der herrschenden Ordnung immer deutlicher zum Ausdruck gebracht – und ihr Ziel, Amerika von seiner globalen Führungsrolle zu verdrängen.”

Die USA sähen in China bisher allerdings noch einen Wettbewerber, keinen Gegner. Sie würden keinen neuen Kalten Krieg im Pazifik anstreben. Austin betonte: “Nein, wir streben keine asiatische Version der NATO an und versuchen auch nicht, eine Antichina-Koalition zu bilden. Und wir fordern die Länder nicht auf, sich zwischen den Vereinigten Staaten und China zu entscheiden. Stattdessen arbeiten wir daran, ein internationales System zu fördern, das frei, stabil und offen ist. Und wir stärken unser Netzwerk von Verbündeten und Partnern mit einem gemeinsamen Engagement für einen friedlichen und wohlhabenden Indopazifik – eine Region, in der alle Länder frei von Zwang sind und in der die Regeln, die die Stabilität stützen und die Freiheit erweitern, aufrechterhalten werden. Gemeinsam.”

Das Wort Russland fiel in der Rede kein einziges Mal.

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