Fernwärme und Industrieabwärme

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Der Ausbau und die qualitative Verbesserung der Wärme ist die größte in Hamburger Zuständigkeit liegende Stellschraube für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und die Erreichung der Hamburger Klimaziele. (Foto: BS/Frank Wassmann, pixabay.com)

Hamburg macht den Weg frei für klimafreundliche Wärme und kommt den eigenen Klimazielen einen entscheidenden Schritt näher. Dabei setzt die Hafenstadt zum einen auf Fernwärme, welche rund 360.000 Tonnen CO2 einsparen soll, und zum anderen auf Industrieabwärme, welche rund 100.000 Tonnen CO2 einsparen soll.

Ende des ersten Quartals 2022 will man mit dem Bau einer Fernwärme-Erzeugungsanlage am Standort Dradenau (KWK-Anlage Dradenau) und einer 7,6 Kilometer langen Fernwärmeleitung nach Hamburg-Bahrenfeld beginnen. Nachdem innerhalb der Klagefrist keine Verfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss eingegangen sind, ist dieser rechtskräftig. Nach der Heizperiode 2024/2025 und mit Abschaltung des Kohlekraftwerks Wedel will man dann in der Lage sein den Hamburger Westen mit klimafreundlicher Wärme versorgen zu können, so Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft in Hamburg. “Damit liegen wir mit dem ehrgeizigen Energiewendeprojekt der Fernwärmeleitung voll im Zeitplan.”

Ab 2025 soll zudem CO2-freie Industriewärme ins Hamburger Wärmenetz eingespeist werden. Hierzu wurde ein Wärmeliefervertrags mit AURUBIS, welche durch exotherme chemische Reaktion bei der Schwefelsäureherstellung CO2-freie Wärme produziert, und Wärme Hamburg GmbH geschlossen. Michael Beckereit, Geschäftsführer der Wärme Hamburg GmbH erklärt: “Die Nutzung industrieller Abwärme nimmt eine Schlüsselfunktion bei der CO2-Reduzierung der Wärmeversorgung ein. Die Zusammenarbeit von AURUBIS und der Wärme Hamburg GmbH aber auch ein Musterbeispiel dafür, wie Kooperation zwischen Industrie und Energieversorgern aussehen und wie Sektorenkopplung von Industrie- und Wärmesektor gelingen kann.” Und Peter Tschents, Hamburgs erster Bürgermeister betont: “Die Wirtschaft ist ein wichtiger Partner des Senats bei der Umsetzung des Hamburger Klimaplans, mit dem wir die CO2-Emissionen von Jahr zu Jahr senken.”

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