Mobilitätspakt scheitert

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Dichter Verkehr und starke Umweltbelastung – auch wenn der Mobilitätspakt gescheitert ist, will man sich dennoch zeitnah um eine Lösung für die Probleme des Wirtschaftsstandortes Böblingen/Sindelfingen bemühen. (Foto: BS, shilin wang, pixabay.com)

Der Mobilitätspakt Böblingen/Sindelfingen sollte dem hohen Verkehrsaufkommen durch Pendler- und Güterverkehre in der Wirtschaftsregion entgegenwirken. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft konnten sich jedoch nicht auf eine gemeinsame Gründungserklärung einigen.

Verkehrsminister Winfried Hermann: “Daher hat sich das Land Baden-Württemberg gegen die formale Gründung des Mobilitätspaktes Böblingen/Sindelfingen entschieden. Ich bedauere diesen Schritt. Jedoch würde ein Mobilitätspakt ohne Partnerinnen und Partner aus der Wirtschaft und der Region dem Anspruch des Formates nicht gerecht werden.”

“Der ausgearbeitete Mobilitätspakt fand seitens des Handwerks keine voll umfängliche Zustimmung,” erläutert Thomas Wagner, Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Böblingen, “da für die Handwerksunternehmen wichtige Anmerkungen und Ergänzungen im Pakt bis heute nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Letztlich standen in dem zu unterzeichnenden Pakt Passagen, die sich nicht mit den Positionen unserer zuständigen Gremien in Einklang bringen ließen.” Und Andreas Hadler, Präsident Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart Bezirkskammer Böblingen, meint: “Durch Unterzeichnung hätten wir uns zu gemeinsamen Zielen verpflichtet, die nicht mit den wirtschaftspolitischen Positionen unserer Kammer in Einklang zu bringen waren.”

“Mit der Absage des Mobilitätspaktes verpassen wir gerade jetzt eine Chance, mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren gemeinsam an einer zukunftsfähigen Mobilität für alle zu arbeiten,” bedauert Böblingens Oberbürgermeister, Dr. Stefan Belz, das Scheitern des Mobilitätspaktes Böblingen/Sindelfingen. “Allerdings konnten in den vergangenen Monaten auf Arbeitsebene zahlreiche Maßnahmen im Sinne einer vernetzten, nachhaltigen und damit zukunftsfähigen Mobilität für den Raum Böblingen/Sindelfingen identifiziert werden,” erklärt Baden-Württembergs Regierungspräsident, Wolfgang Reimer, und fordert alle Beteiligten auf, sich in dieses Netzwerk für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung einzubringen.

Insbesondere die als Partner verbliebene kommunale Seite soll hier angesprochen werden. Gemeinsames Ziel sei es dabei, abgestimmt Projekte umzusetzen, die die Verkehrssituation nachhaltig verbessern können. “Denn eine leistungsfähige Infrastruktur – wie der sechsspurige Ausbau der A 81 – und ein attraktives Angebot verschiedener nachhaltiger Mobilitätsformen sind nach wie vor wichtige Faktoren für einen zukunftsfähigen Wirtschafts- und Technologiestandort Sindelfingen und die gesamte Region,” meint Dr. Bernd Vöhringer, Oberbürgermeister der Stadt Sindelfingen.

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