Kein Status Quo wie vor der Pandemie

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Bleiben viele Schreibtische in der öffentlichen Verwaltung eventuell auch in Zukunft leer? (Foto: BS, Ali Mokhtari, www.pixelio.de)

“Die Arbeitsbelastung in deutschen Verwaltungen ist seit der Pandemie erhöht.” Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie “Verwaltung in Krisenzeiten II” der Next:Public. In dieser wurden rund 2.500 Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie 5.000 Bürgerinnen und Bürger zum Arbeitsalltag deutscher Behörden befragt.

Während die Anfang 2020 42 Prozent der Befragten angaben eine höhere oder sehr viel höhere Arbeitsbelastung zu haben, ist dieser Wert 2021 auf 45 Prozent gestiegen. Zudem sind auch in diesem Jahr 21 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit anderen als den eigentlichen Aufgaben ihres Jobs betraut.

Die Umfrage ergab zudem, dass es nach wie vor kaum IT-Sicherheits- und Datenschutzschulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verwaltungen gebe. Obwohl mehr Mitarbeitende im Homeoffice sind, 60 Prozent 2021 im Vergleich zu 55 Prozent 2020, geben gerade mal 13 Prozent an einer IT-Sicherheitsschulung teilgenommen zu haben. Generell wünschen sich 92 Prozent der Beschäftigten in Verwaltungen auch zukünftig im Homeoffice arbeiten, sofern deren Jobs grundsätzlich dafür geeignet sind.

Nach wie vor scheitert die Realisierung des Homeoffice häufigsten an fehlenden digitalen Prozessen (30 Prozent), dem Mangel an technischen Endgeräten (30 Prozent) und am Widerstand ihrer Vorgesetzten (26 Prozent). “Die Präsenzkultur ist in deutschen Verwaltungen weiterhin ausgeprägt, auf kommunaler Ebene (direkter Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern) und Landesebene deutlich stärker als auf Bundesebene,” kommentiert Carsten Köppl, Geschäftsführer der Next:Public GmbH und Initiator sowie Projektleiter der Studie, das Ergebnis. Seiner Meinung nach sei der durch die Corona-Pandemie erhoffte Digitalisierungsschub in den Verwaltungen eher ein kleiner Schubs. Und er kritisiert, dass auch nach eineinhalb Jahren Pandemie Homeoffice und mobiles Arbeiten an vielen Stellen immer noch an der notwendigen Hard- und Software scheitere. “Zusätzlich herrscht scheinbar an vielen führenden Stellen der Verwaltung weiterhin der Irrglaube, dass wir zukünftig zu einem Status Quo wie vor der Pandemie kommen.” Für die zukünftige Krisenfestigkeit, aber auch für die Attraktivität der Verwaltungsberufe sei laut Köppl dringend ein Umdenken geboten.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

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