Vorbereitungen für einsatzkritisches Breitband

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Mobile BOS-Basisstation. (Foto: BS/D. Frank)

(BS) Die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) nutzen zunehmend Breitbanddienste. Zwar bleibt der einsatzkritische TETRA-Digitalfunk weiterhin von großer Bedeutung, aber er muss um genauso sichere und verlässliche breitbandige Technologien ergänzt werden. Pläne hierzu gibt es bereits, Entscheidungen allerdings noch nicht. Keiner wolle den verlässlichen BOS-Sprachfunk missen, aber moderne einsatzkritische Kommunikation erfordere eine dedizierte Infrastruktur für breitbandige Datenanwendungen, unterstreicht Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU). Entsprechende Konzepte würden bereits zwischen Bund und Ländern und der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) ausgearbeitet. “Aber”, so Reul, “das ist nur erfolgversprechend, wenn wir dafür eigene Frequenzen erhalten.” Dafür müsse die Branche kämpfen. Gemeint sind die Bänder der sogenannten dritten digitalen Dividende zwischen 470 und 694 MHz, deren Lizenzen bis Ende des Jahrzehnts auslaufen. Reul fordert zudem, die Notfallkommunikation für den eventuellen Ausfall des BOS-Digitalfunknetzes neu zu regeln.

Auch BDBOS-Präsident Andreas Gegenfurtner räumt ein, dass durch die zerstörerische Flut etliche Digitalfunk-Basisstationen vom Netz getrennt wurden und benennt gleich eine Ursache: ihre Anbindung beruhte auf kommerziellen Angeboten, die flächendeckend vom Netz gingen. Im BOS-Kernnetz und seinen Vermittlungsstellen, deren Verbindungen besonders strengen Sicherheitsanforderungen folgten, habe es hingegen keine Beeinträchtigungen gegeben.

“Wir verlegen halt keine Leitungen über Brücken”, so der BDBOS-Präsident. Gegenfurtner erläutert auch gleich das von Bund und Ländern vereinbarte Vier-Phasen- Modell (null bis drei) für den Aufbau eines künftigen BOS-Breitbandangebots, das für die finale Phase drei eine dedizierte BOSBreitband-Infrastruktur und das allmähliche Auslaufen des einsatzkritischen Tetra-Sprachfunks vorsieht. In den Phasen null und eins werden die BOS danach allerdings noch vollkommen auf die Breitbandangebote kommerzieller Anbieter angewiesen sein, die derzeit nicht den Anforderungen einsatzkritischer Kommunikation entsprechen. In Phase zwei soll darüber hinaus ein dediziertes breitbandiges Zugangsnetz mit eigenen Basisstationen aufgebaut werden.

Mit dem zunehmenden Aufbau BOS-eigener Infrastrukturen soll dann die Nutzung kommerzieller Betreiber nach und nach reduziert werden. In der abschließenden Phase drei werden die Tetra-Sprachdienste in das BOS-Breitbandnetz überführt. Das TETRA-Netz könnte abgeschaltet werden. Für die Umsetzung dieser Planung seien Frequenzen entscheidend, so Gegenfurtner.

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