Cyber-Sicherheitsstrategie für Baden-Württemberg beschlossen

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Baden-Württemberg möchte durch seine neu veröffentliche Cyber-Sicherheitsstrategie seinen Wettbewerbsvorteil als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort weiter schützen und ausbauen. Foto: BS/Gerd Altmann, pixabay.com

Der Ministerrat von Baden-Württemberg hat zum Ende des letzten Jahres ein Gesamtkonzept für die Cyber-Sicherheit im Land beschlossen. Die umfassende Sicherheitsstrategie soll eine angemessene Reaktion auf die aktuelle Gefährdungslage im Bereich Cyber-Sicherheit darstellen, teilte der Ministerrat mit.

Im Fokus der Cyber-Strategie stehen die nächsten fünf Jahre der Landesregierung. Das Papier enthält neun Handlungsfelder, die in den Blick genommen werden sollen. Dazu zählen die Vernetzung der Cyber-Sicherheitsakteure, die staatliche Verwaltung und Kommunen, die Gefahrenabwehr- und Strafverfolgungsbehörden, Wirtschaft und Kritische Infrastrukturen, Digitale Kompetenzen, Awareness und Verbraucherschutz sowie Fachkräfte.

Fortan solle nun bereits in der Schule das Thema der Cyber-Sicherheit überzeugend vermittelt werden, heißt es aus dem Papier. In diesem Kontext sollten möglichst viele Menschen für diese Thematik sensibilisiert und fortgebildet werden. Auch die Beseitigung des Fachkräftemangels wird in der Strategie in den Blick genommen. So sollen zusätzliche Studienplätze im Bereich IT / Digitalisierung eingerichtet werden und Qualifizierungsangebote auf der landeseigenen Weiterbildungsplattform verstärkt werden.

Besonders im Fokus der Strategie steht dabei die im Februar gegründete Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW). Sie steht als zentrale Koordinierungs- und Meldestelle im Mittelpunkt und unterstützt in erster Linie Landesbehörden, Städte und Gemeinden. Des Weiteren unterrichten sie Landesbehörden zur Maßnahmenplanung bei Cyber-Vorfällen, um herbeigeführte Störungen möglichst gering und beherrschbar zu halten.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) betonte die Notwendigkeit der Strategie: „Die Pandemie hat die Digitalisierung der Arbeitswelt beschleunigt und dabei darf die IT-Sicherheit nicht unter die Räder kommen. Es ist daher absolut notwendig, gegen diese Bedrohungen zielgerichtet vorzugehen und uns für die Herausforderungen zu wappnen.“

Der stellvertretende Ministerpräsident und Digitalisierungsminister des Landes Thomas Strobl (CDU) wies auf die Wichtigkeit der Prävention bei Cyber-Angriffen hin: „Wir sind alle gefährdet, Opfer von Cyber-Angriffen oder Sicherheitslücken zu werden. Und daher sind wir auch alle gefordert, uns auf Cyber-Bedrohungen vorzubereiten. Es freut mich sehr, dass sich alle Ministerien an der Strategieentwicklung beteiligt haben, so dass wir bundesweit als eines der ersten Länder eine ressortübergreifende Cyber-Sicherheitsstrategie mit konkreten Zielen und Maßnahmen in neun Handlungsfeldern veröffentlichen.“ Dabei setze das Land auch auf Vernetzung und Zusammenarbeit. Strobl erklärte, dass durch die konkreten Kooperationsvereinbarungen mit bspw. dem Israel National Cyber Directorate (INCD), dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) dem Land Hessen und der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, eine Unterstützung auf höchstem Maße sichergestellt werden könne.

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