Start des Weltraumteleskops “James Webb”

0
812
Die Menschheit sucht mit dem James Webb Teleskop nach dem ersten Licht des Universums. (Foto: Nicolas Herrbach – stock.adobe.com)

(BS) Das Weltraumteleskop “James Webb” wird in den kommenden Monaten das erfolgreiche “Hubble”-Teleskop als führendes Beobachtungsinstrument im Weltraum ablösen. Mit seinem 6,5 Meter großen Hauptspiegel verfügt das neue System gegenüber Hubble über eine vielfach höhere Empfindlichkeit. So erlaubt die Spektralauflösung seiner Instrumente die Analyse der Entstehungsgeschichte bis hin zur chemischen Zusammensetzung der beobachteten Himmelskörper. Der erfolgreiche Start des Teleskops fand am 25. Dezember 2021 statt.

Die Anforderungen an das Teleskop und seine Instrumente sind immens. Nach einer Startbelastung mit einem Vielfachen der Erdbeschleunigung werden die Instrumente im All bis nahe an den absoluten Temperatur-Nullpunkt (-273° C) abgekühlt. Nach der Entfaltung des Teleskops am Zielort werden der Hauptspiegel des Teleskops und seine astronomischen Instrumente über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten mit höchster Genauigkeit ausgerichtet. Das Observatorium wird die Wissenschaftler danach in die Lage versetzen, Galaxien in mehreren Milliarden Lichtjahren Entfernung mit höchster Auflösung zu beobachten.

Das wichtigste wissenschaftliche Ziel dieser Mission ist die Erforschung des „ersten Lichts“, welches uns aus dem frühen Universum erreicht und Rückschlüsse auf die Entstehung der ersten Sterne, Galaxien und Planeten im Universum zulassen wird. Aus den Beobachtungen werden sich auch Erkenntnisse in die Entstehung von Sternen und Planeten in unserer Milchstraße ableiten lassen.

Die Weltraum-Sternwarte hat vier wissenschaftliche Instrumente an Bord. Zwei der Instrumente, MIRI und NIRSpec, wurden in Europa entwickelt und gebaut. Hensoldt Optronics und das Max-Planck-Institut für Astronomie Heidelberg (MPIA) haben mit den bei Hensoldt gefertigten Kryomechanismen und den spektral aufspaltenden Optiken entscheidende Beiträge zu beiden Instrumenten geleistet.

Das “James Webb Space Telescope” (JWST) wird ca. 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt positioniert werden und synchron zur Erde auf eine Sonnenumlaufbahn einschwenken. Diese Position im Weltraum erlaubt besonders günstige Bedingungen für die hochauflösende Beobachtung im infraroten Wellenlängenbereich, der für diese Mission ausschlaggebend ist.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here