Erfolglose Gespräche

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Dipl.-Ing. (Univ.) Reinhard Wolski Generalmajor a.D. Reinhard Wolski ist Senior Expert des Behörden Spiegel.

Russland ist enttäuscht über die Gespräche mit den USA und der NATO.  Die Gespräche seien erfolglos gewesen, so die Verlautbarungen aus der russischen Regierung. Wovon ging Russland eigentlich aus? Von einem Zurückdrehen der Zeitgeschichte und der souveränen Entwicklungen in Europa um mehr als 30 Jahre? 

Die Forderungen der russischen Entwürfe der beiden “Abkommen” drückten das mehr oder weniger direkt aus. Was war denn dann wohl das Ziel? Aus meiner Sicht kann es nur – zusammen mit dem Bedrohungspotential an der ukrainischen Grenze – einmal wieder das “Austesten” der Kohäsion der NATO (Centre of Gravity) sein, dies angesichts des noch immer nicht ganz transparenten Verhältnisses der U.S.-Administration zu Europa, des abgebrochenen Afghanistan-Einsatzes der NATO und vieler anderer Herausforderungen für den Westen, nicht zuletzt durch Covid-19 bedingt. Die NATO hat zusammengehalten und die Werte und Kernprinzipien des Bündnisses nochmals betont, insbesondere, wer über NATO-Beitrittskandidaturen entscheidet. Und sie hat die Aufnahme von Gesprächen für Rüstungskontrolle, Transparenz in der Verifikation (die volle Anwendung der gegenwärtigen Mechanismen sind übrigens a.h.S. ausreichend) angeboten. Außerdem die Risikominimierung von Bedrohungen im Weltraum und im Cyberspace. Ein sehr gutes Vorgehen – es liegt jetzt an Russland, seine wirkliche Dialogwilligkeit zu zeigen.

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