Mensch und Maschine

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Neue Technologien, wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz, sollen zukünftig Mediziner bei ihrer Arbeit unterstützen. (Foto: BS/sasint, pixabay.com)

Wie die engere Verzahnung von Menschen und Computer insbesondere auf dem Feld der Medizin verbessert werden kann, erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität des Saarlands, der htw saar und des ZeMA zukünftig im “Center for Digital Neurotechnologies Saar (CDNS)“. Zu diesem Zweck erhält das Zentrum Finanzierungsmittel des Landes und der EU für die nächsten vier Jahre.

“Wir erleben gerade eine Revolution in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen durch die immer engere Kooperation von Mensch und Maschine. Es freut mich, dass das Saarland an einer führenden Stelle in der Erforschung dieser Zusammenarbeit tätig ist”, so Saarland Ministerpräsident Tobias Hans. Das Forschungszentrum befindet sich auf dem Gelände des Universitätscampus in Homburg und soll sich vor allem auf die Integration von Technologien, wie Künstlicher Intelligenz, in das Feld der Medizin fokussieren.

Die Forscher erhoffen sich, dass mehr Technologien, wie smarte Uhren, die einen Notruf samt Koordinaten absetzten können, sollte der Träger in einen medizinischen Notfall geraten, entwickelt werden. Die Sensorik für eine solche Smart Watch stellt für Entwickler keine große Herausforderung mehr dar. Schwieriger wird es, wenn medizinische Daten ins Spiel kommen, die erheblich komplizierter zu erheben und zu interpretieren sind. Die „Systems Neuroscience & Neurotechnology Unit“ (SNNU), die zur Medizinischen Fakultät der Universität und zur Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät der htw saar gehört, erforschte in den vergangenen Jahren neurotechnologische Systeme, welche über wesentlich komplexere Vorgänge im menschlichen Körper Aufschluss geben können.

Professor Daniel Strauss, Projektleiter an der SNNU, freut sich, dass durch die Finanzierung des Landes und der EU die Forschung von Mensch-Maschinen-Interaktion auf ein neues Level gehoben wird. “Künstliche Intelligenz im OP soll durch eine multimodale Informationsübertragung – Sehen, Hören, Fühlen – das OP-Team optimal im Rahmen einer Aufmerksamkeitsassistenz unterstützen“, erläutert Strauss.

Auch Universitätspräsident Manfred Schmitt sieht die Vorteile des neuen Forschungszentrums. “ Mit dem nun gestarteten Zentrum für Digitale Neurotechnologie versammeln sich Kompetenzen aus vielerlei Bereichen, die im Saarland seit vielen Jahren oft teils unabhängig voneinander existieren: Medizin, Biotechnologie, Informatik und Ingenieurwissenschaften“, so Schmitt. Es sei nur richtig, dass diese Institutionen nun auch räumlich miteinander verbunden seien.

Das Zentrum für Digitale Neurotechnologie wird zu 40 % aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und zu 60 % aus Mitteln des Saarlandes mit insgesamt 2,7 Millionen Euro gefördert.

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