Cyber-Angriff auf Internationales Komitee vom Roten Kreuz

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Das International Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wurde Opfer eines Cyber-Angriffs. (Foto: BS/ Katharina Wieland Müller, www.pixelio.de)

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wurde Opfer eines Cyber-Angriffs. Der Angriff erfolgte auf die Server des IKRK, auf denen personenbezogene Daten und vertrauliche Informationen zu mehr als 500.000 Personen gespeichert sind. Unter diesen Personen sind Menschen, die aufgrund von Naturkatastrophen oder Konflikten von ihren Familien getrennt wurden, vermisst oder inhaftiert sind. Die betroffenen Daten stammen von mindestens 60 Nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften weltweit.

Die Daten waren bei einem Schweizer Unternehmen gespeichert, das vom IKRK beauftragt wurde. Unklar sei bislang, wer hinter dem Angriff steckt. Ebenso gebe es noch keine Hinweise dazu, ob die erbeuteten Informationen veröffentlicht oder verbreitet wurden. Das IKRK fürchtet, dass diese vulnerablen Personengruppen nun einem möglichen Risiko ausgesetzt werden. “Ein Angriff auf die Daten von Menschen, die vermisst werden, macht die Angst und das Leid für die Familien noch schwerer zu ertragen. Wir alle sind entsetzt und fassungslos, dass humanitäre Informationen zum Ziel eines solchen Angriffs und die Betroffenen einer ernstzunehmenden Gefahr ausgesetzt werden. Dieser Cyber-Angriff gefährdet die Menschen, die bereits auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, umso mehr”, erklärte Robert Mardini, Generaldirektor des IKRK.

Das Komitee betreibt im Verbund mit dem Rotkreuz- und Rothalbmondnetzwerk ein Programm zur Zusammenführung getrennter Familien, die aufgrund von Konflikten, Naturkatastrophen oder Migration voneinander getrennt wurden. Infolge des Cyber-Angriffs sieht sich das IKRK gezwungen, die Systeme für die Arbeit zur Familienzusammenführung herunterzufahren. Es werde daran gearbeitet, andere Möglichkeiten zu finden, diese Zusammenführungsarbeit fortzusetzen.

Mardini appellierte eindringlich an die Hacker: “Ihr Handeln verursacht bei den Menschen, die bereits unsagbares Leid erfahren haben, nur noch mehr Schmerz und Sorgen. Es sind echte Menschen und echte Familien, deren Informationen Sie nun in Händen halten, und sie gehören zu den Schwächsten der Schwachen weltweit. Bitte tun Sie das Richtige. Teilen, verkaufen, verbreiten oder nutzen Sie diese Daten nicht.”

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