Entwicklung von KI-Lösungen für die Streitkräfte

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Die BWI erforscht in mehreren Projekten den Einsatz von KI für die Bundeswehr, beschreibt Martin Kaloudis, Chief Executive Officer der BWI. (Foto: BS/BWI)

Die BWI erforscht als Digitalisierungspartner der Bundeswehr aktuell Möglichkeiten intelligenter Systeme für die Streitkräfte. Wobei das Schlachtfeld der Zukunft durchaus im Cyberraum liegen kann. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage fürchten sogar drei Viertel der Deutschen einen Cyberkrieg. Auch vor dem Hintergrund zunehmender hybrider Bedrohungen, spielt der Cyberraum und damit der Einsatz von KI eine immer größere Rolle für die Bundeswehr. Und sie bietet Chancen, etwa durch die Automation von Prozessen oder Analyse großer Datenmengen. Die BWI unterstützt die deutschen Streitkräfte dabei, die Möglichkeiten lernender Algorithmen zu nutzen und sich für Bedrohungen zu rüsten.

Ein Beispiel für die praktische Anwendung ist das BWI-Innovationsexperiment “Mit KI durch Wände sehen”. Dabei wird eine künstliche Intelligenz mit Radar- und dreidimensionalen Lokalisationsdaten gefüttert und so trainiert, dass sie Personen und ihre Bewegungen ohne direkte Sichtverbindung erkennt.

Für das Weltraumlagezentrum der Luftwaffe entstehen derzeit sogar zwei Machine-Learning-Anwendungen unter anderem zur Lagebilderstellung. Zudem entwickelt die BWI das “Krisenvorsorgeinformationssystem Bund“ weiter. Das System soll beteiligte Kräfte ressortübergreifend mit Informationen versorgen, um Maßnahmen im nationalen Risiko- und Krisenmanagement vorbereiten, planen, durchführen und nachbereiten zu können. Die situationsspezifische Darstellung und das Filtern von verfügbaren Daten mithilfe einer KI sind dabei wesentliche Funktionen.

Darüber hinaus sind viele neue KI-Projekte gerade in der Pipeline. Darunter ein Geoinformationssystem, das über hochauflösende Echtzeit-Aufnahmen von Satelliten und Drohnen Grenzverläufe automatisiert überwachbar macht oder im laufenden Einsatz wertvolle Informationen sendet.

“Seit 2018 testet die BWI in zahlreichen Experimenten, welchen konkreten Nutzen künstliche Intelligenz den Streitkräften eröffnet”, erklärte Martin Kaloudis, Chief Executive Officer der BWI, in einem vergangene Woche erschienenen Gastbeitrag im Journal “Future IT”. “Dabei entstehen häufig wiederverwendbare Funktionen – beispielsweise zur Objekterkennung in Videomaterial oder zur automatischen Verschlagwortung von Textdokumenten. Diese KI-Microservices stellt die BWI der Bundeswehr dann als Bausteine für neue Anwendungen bereit, was deren Entwicklung vereinfacht und beschleunigt.”

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