Deutlicher Anstieg in Hessen

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In Hessen sind die Fallzahlen im Bereich der Kinder- und Jugendpornografie massiv angestiegen. (Foto: BS/geralt, pixabay.com)

In Hessen wurden im letzten Jahr insgesamt 3.149 Straftaten im Bereich der Kinder- und Jugendpornografie polizeilich registriert. Dies entspricht einer Steigerung von 86,1 Prozent gegenüber 2020. Auch bei allen Sexualstraftaten gab es eine erhebliche Zunahme um 31,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gleichzeitig sind aber auch die Aufklärungsquoten sehr hoch. Bei der Kinder- und Jugendpornografie beträgt sie rund 96 Prozent, bei allen Sexualstraftaten sind es etwa 88 Prozent. Im Deliktsbereich der Kinder- und Jugendpornografie wurden 2021 rund 1.545 Tatverdächtige ermittelt, die jünger als 21 Jahre waren. Ihr Anteil an allen Tatverdächtigen beläuft sich auf etwa 51 Prozent.

Wegen der erheblichen Fallsteigerung haben die Verantwortlichen reagiert und nun eine landesweite Hilfehotline zur Prävention und Aufklärung über der Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie eingerichtet. Denn es passiert immer öfter und meist unbedarft, dass Kinder, Jugendliche und Heranwachsende einschlägige Bilder und Videos über Soziale Netzwerke und Messengerdienste verbreiten.

Innenminister Peter Beuth (CDU) betonte: “Der Kampf gegen Kinderpornografie und den sexuellen missbrauch von Kindern hat höchste Priorität. Um Sexualstraftäter zur Strecke zu bringen, müssen wir alle rechtlichen und taktischen Mittel ausschöpfen.” Parallel werde gezielt in den Aufbau einer Forensikplattform investiert. Diese wird derzeit vom Innovation Hub 110 der Landespolizei sowie den Expertinnen und Experten des Hessischen Polizeipräsidiums für Technik (HPT) entwickelt. Dafür stehen vier Millionen Euro zur Verfügung.

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