Führungsprinzipien neu gefasst

0
637
Für die nordrhein-westfälische Polizei ist ein neues Rahmenkonzept zu Führungsprinzipien erarbeitet worden. (Foto: BS/Anne Garti, www.pixelio.de)

Das Düsseldorfer Innenministerium hat zusammen mit den Polizeibehörden sowie mit wissenschaftlicher Unterstützung die Führungsprinzipien der Landespolizei grundlegend überarbeitet und neu gefasst. Nun existiert eine Rahmenkonzeption “Verantwortliche Wahrnehmung von Führung in der Polizei Nordrhein-Westfalen”. Sie richtet sich an alle polizeilichen Führungskräfte und ist die erste ihrer Art.

Denn bisher genutzte Handreichungen wie die “Grundsätze für Zusammenarbeit und Führung” aus dem Jahre 2004 richten sich an die komplette Innenverwaltung des bevölkerungsreichsten Bundeslandes. Der neue Leitfaden ist hingegen speziell für die Polizei konzipiert worden. Er beschreibt erstmals aus unterschiedlichen Perspektiven, wie gute Führung entsteht und wie sie für die Polizei definiert ist. Zudem enthält die Rahmenkonzeption neue Instrumente, die den Führungskräften bei ihrer Aufgabe helfen sollen.

Basis war große Befragung

Erarbeitet wurde das Grundlagenpapier von einer 74-köpfigen Landesarbeitsgruppe unter Leitung des Inspekteurs der Polizei, Michael Schemke, und der Mitarbeit von Prof. Dr. Jürgen Weibler von der Fernuniversität Hagen. Grundlage war eine große Befragung zur Werteorientierung der Landespolizei. Die Initiative dazu stammt schon aus dem September 2019. In der Befragung wurde deutlich, dass es den Wunsch nach einem einheitlichen Rahmen für Führung in der Polizei, aber auch nach mehr Angeboten zur Unterstützung und Fortbildung von Führungskräften gibt.

Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte zu der neuen Rahmenkonzeption: “Gute Führung darf kein Zufall sein. Sie ist ein bedeutender Faktor für erfolgreiche Polizeiarbeit.” Es brauche diesen Handlungsrahmen als Wegweiser, “der den Führungskräften der Polizei NRW einen Pfad des Respekts, der Integrität, der Glaubwürdigkeit und der Selbstreflexion vorgibt”. Um besser zu werden, müsse klar gesagt werden, welche Erwartungen an Führungskräfte in der Landespolizei gestellt würden. “Die Rahmenkonzeption war überfällig. Eine Anleitung für gute Führung sind wir sowohl den Vorgesetzten als auch deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schuldig”, so der Ressortchef weiter.

Der neue Leitfaden wird durch praxisnahe Handlungsempfehlungen ergänzt. Hier geht es um besondere Führungssituationen, wie etwa den Umgang mit Suchterkrankungen und Konflikten oder die Sensibilisierung für Indikatoren rechter Tendenzen bei Beschäftigten. Ebenfalls eingebunden wurden ein Handlungsrahmen für Mitarbeitergespräche und Unterstützungsinstrumente, wie zum Beispiel ein Mentoringprogramm für Führungskräfte. Derzeit noch in der Entwicklung befinden sich ein Konzept für ein mehrdimensionales Führungsfeedback und Coaching- sowie Supervisionsangebote.

Das gesamte Rahmenkonzept findet sich hier.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here