Deutsche Unterstützung der Ukraine

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Verteidigungsministerin Christine Lambrecht fordert: "Russland muss de-eskalieren, Russland muss die Bedrohung der Ukraine beenden." (Foto: Bundeswehr/Jane Schmidt)

Anders als die baltischen Staaten, die auf die Hilfe ihrer NATO-Partner setzen können, muss die Ukraine sich um Bündnispartner gegen Russland bemühen. Ein wichtiger Verbündeter könnte Deutschland sein.

“Wir setzen uns unermüdlich für die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine ein. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, die ukrainisch-deutschen Beziehungen und unsere bilaterale Kooperation weiter zu festigen und fortzusetzen”, sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht nach ihrem gestrigen Telefonat mit ihrem ukrainischen Amtskollegen, Oleksij Resnikow. “Die Ukraine bleibt von herausgehobener sicherheitspolitischer Bedeutung für Deutschland und Europa. Wir setzen unsere Unterstützung für die Ukraine weiter fort – politisch, finanziell und auch im militärischen Bereich. Die Bundeswehr hat die praktische Zusammenarbeit seit 2014 deutlich intensiviert.”

Die Bundeswehr listet bei der Zusammenarbeit vor allem die Unterstützung des Sanitätsdienstes auf. “Seit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim hat die Bundeswehr die militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine deutlich intensiviert”, berichtet das BMVg. “Auf bilateraler Ebene betrifft dies das sog. Jahresprogramm, die militärische Ausbildungshilfe und Beratung.”

So unterstütze Deutschland seit 2019 den ukrainischen Sanitätsdienst im Rahmen der Fähigkeitsbildung. Hierfür lieferte Deutschland Sanitätsmaterial und medizinisches Gerät, z.B. mobile Röntgen- oder Beatmungsgeräte, im Wert von rund 4,4 Millionen Euro. Zudem wurden seit 2014 insgesamt 149 Angehörige der ukrainischen Streitkräfte in Bundeswehrkrankenhäusern behandelt, aktuell befinden sich noch fünf ukrainische Soldaten in deutscher Betreuung.

Lambrecht betonte: “Vergangene Woche wurde der Schlüssel für ein verlegefähiges Feldlazarett an die Ukraine in Tallinn übergeben. Wir unterstützen die ukrainischen Streitkräfte durch medizinisches Gerät für das Militärkrankenhaus in Kiew und seit Jahren in der stationären Verwundetenversorgung.” Bei dem genannten verlegefähigen Feldlazarett handelt es sich um ein estnisch-deutsches Projekt im Wert von rund 5,3 Millionen Euro, das auch die Ausbildung des ukrainischen Personals beinhaltet. Die Übergabezeremonie fand am 8. Februar in Tallin statt. “Die technische Übergabe in der Ukraine erfolgt in den kommenden Monaten”, berichtet die Bundeswehr. “Im Rahmen der NATO Trust Funds hat Deutschland seit 2014 etwa 8,2 Millionen Euro für die Ukraine zur Verfügung gestellt. Deutschland ist damit einer der größten Geldgeber innerhalb der NATO.”

Die Berichterstattung des Behörden Spiegel zur Ukraine-Krise bisher finden Sie hier.

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