Amberg und der Weg zur Smart City *Update*

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Um Aushängeschilder für die erfolgreiche Digitalisierung von Kommunen und Städten zu etablieren, können derzeit nur die über die Bundesförderung finanzierten Modellprojekte wirklich durchstarten, den anderen Kommunen fehlt es oft an den finanziellen Kapazitäten – gerade in der Zeit nach der Corona-Pandemie. Smart Citys können als Vorzeigeprojekt dienen und eine große Außenwirkung entwickeln, das gilt für kleinere wie größere Kommunen. Die bayrische Stadt Amberg befindet sich seit 2021 auf dem Weg zur Smart City. Die Voraussetzungen dafür scheinen ideal, aber es gibt noch einige Hürden.

Amberg ist eine Bildungsstadt und Standort der ostbayrischen technischen Hochschule und bietet mit Studiengängen wie digital business, digital technology, digital healthcare und künstliche Intelligenz Fächer an, die sich der Entwicklung des Digitalisierungsprozesses und neuer Technologien verschrieben haben. Julia Schönhärl, die Leiterin Smart City der Kreisstadt, sieht die Voraussetzungen für das Modellprojekt als gegeben an: „Wir haben hier flächendeckende Breitbandraten von 50mbit/s und können auch mit der Initiative der Nachhaltigen Entwicklungsziele eine gemeinwohnorientierte, nachhaltige Stadtentwicklung anstreben“. Als Leiterin für den Prozess sollen die Prozesskosten in der Verwaltung reduziert  und die Wirtschaft, Wissenschaft, und Verwaltung im Prozess zusammengeschlossen werden – ein Vorgehen, das durch die Smart City gestärkt werden könnte. Besonders wichtig sei Schönhärl die Etablierung von Bürgerbeteiligung als Schlüsselelement – nur so können Digitalisierung und Smart City auf die angezielte Akzeptanz stoßen.

Viele Steine noch im Weg

Es gebe allerdings einige Herauforderungen, sagte Schönhärl: „Der Mehrwert der Digitalisierung ist landesweit zu wenig transparent kommuniziert. Die Motivation der Akteure zur Nutzung ist viel zu gering. Die Bayern App und das Bayernportal für den digitalen Verwaltungsservice wird nur von einem geringen Prozentsatz der Bevölkerung aktiv genutzt“. Auch weil die Registrierung aufwendig ist. Weitere Probleme seien die knappen Ressourcen. Ohne Fördermittel könne der Öffentliche Dienst bei den Gehältern der Fachkräfte kaum mithalten, kritisierte die Projektleiterin auf dem Zukunftskongress Bayern, einer Veranstaltung des Behörden Spiegel. Damit fehlen aktuell die nötigen Kompetenzen zur ganzheitlichen Umsetzung, schlussfolgert Schönhärl: “Die Modelle allein sind nicht ausreichend. Ein flächendeckender Support wäre nötig, insbesondere von kleineren Kommunen.”

Ohne Nachhaltigkeit geht nichts

Doch man hat sich auf den Weg gemacht- und Schönhärl kann auf viele engagierte Kolleg/-innen bauen. Auch wenn die meisten sicher erst noch anfreunden müssen, auch „smart“ zu nennen was smart ist. Eine Strategie soll den Mehrwert klar erkennbar machen, den die Verwaltung und kommunalen Unternehmen haben müssen: “Wir müssen alle Mitarbeitenden mitnehmen“, so die Projektleiterin. In kürzerer Zeit solle dann die Stadtgesellschaft eingeladen werden zur Mitgestaltung. . Schließlich, so Schönharl müsse man den Nachhaltigkeitsaspekt im Vordergrund sehen: “Ein wichtiger Punkt ist die Vernetzung mit allen relevanten Akteuren des urbanen Ökosystems. Die Smart City muss ein Ziel haben, das werden wir gemeinsam definieren , folgerte die Leiterin.

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