Polizeien im Bereich der KI gefordert

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Künstliche Intelligenz (KI) ist bei den Polizeien in Deutschland bislang nicht flächendeckend im Einsatz. Hier müssen die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) noch sicherer und souveräner werden. (Foto: BS/geralt, pixabay.com)

Die Polizeibehörden hierzulande nutzen bislang nur sehr selten Künstliche Intelligenz (KI). Und wenn, dann oftmals nur versuchsweise oder in Pilotprojekten. Zugleich nehmen aber die in Ermittlungsverfahren auszuwertenden Datenmengen stetig zu. Das führt zu Problemen.

Da die Polizei durch die Digitalisierungswelle getrieben sei, müsse sie ein souveräner KI-Nutzer und eventuell auch KI-Entwickler werden. Zugleich sollte ein Recht für den Cyber-Raum entwickelt werden, meint Dr. Astrid Bötticher, Postdoc an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Es komme entscheidend darauf an, dass die Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden digital und technologisch souverän seien, so die promovierte Philosophin und studierte Politologin. Aus ihrer Sicht ist “Predictive Policing” zur Vorhersage mit Blick auf Wohnungseinbruchdiebstahl, wie sie in mehreren Bundesländern bereits Verwendung findet, nur eine sehr schwache KI.

Dieses Deliktfeld eigne sich jedoch sehr gut für automatisierte Auswerteverfahren, gibt Dr. Matthias Leese zu bedenken. Als weitere KI-Anwendungsbereiche für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) identifizierte der Senior Researcher am Center for Security Studies der ETH Zürich die Gesichts- sowie die Verhaltenserkennung.

Thomas Gerth vom Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg schließlich zeigte sich überzeugt, dass KI alle gesellschaftlichen Bereiche, und damit auch die Arbeit der Polizei, verändern werde. Allerdings werde die Technik immer nur unterstützen und nie selbst Entscheidungen treffen. Dies werde auch in Zukunft weiterhin den Polizistinnen und Polizisten obliegen. Auch werde der KI-Einsatz, durch den nur eine Vorfilterung der großen Datenmengen stattfinde, nicht am Datenschutz scheitern. Als Problem machte Gerth vielmehr die riesigen Datenmengen aus, die in zahlreichen Ermittlungsverfahren anfallen. Denn heutzutage gebe es kaum noch eine Straftat, bei der digitale Spuren keine Rolle spielten.

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