Ukraine wieder massiv von Cyber-Attacke getroffen

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DDoS Attacken gelten als niedrigschwellige Angriffsmethode im digitalen Raum. Dennoch können diese Überlastungen, welche Websiten im Zuge der Attacke ausgesetzt sind, zu einem mehrtägigen Ausfall führen. Foto: BS/markusspiske, pixabay.com

Die Ukraine ist zum zweiten Mal in diesem Jahr stark von einem Cyber-Angriff getroffen worden. Nachdem im Januar mehrere Webseiten der ukrainischen Regierung Opfer von Defacements geworden sind, traf die Attacke nun das Verteidigungsministerium und zwei staatliche Banken. Wer die Angreifer sind konnte nicht festgestellt werden, die ukrainische Regierung verweist indirekt allerdings auf Russland als möglichen Urheber.

So ließ die für Kommunikationsüberwachung zuständige Behörde der Ukraine in einem Statement verlauten, dass „nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Aggressor zu schmutzigen Tricks greift.“ Das ukrainische Militär vermutet eine Distributed Denial of Service-Attacke (DDoS) hinter dem Angriff. Mit diesem Vorgehen werden Websites oberflächlich lahmgelegt. Tiefergehende Attacken in die internen Systeme und das Abgreifen von Informationen sind in dieser Form der Cyber-Attacke eher unüblich. In der Regel werden die Ausfälle der Websites durch bewusste technische Überlastungen erreicht. Allerdings gelten diese Art von Angriffen als niedrigschwellig und werden von einigen IT-Sicherheitsexperten eher als „Belästigungen“ eingestuft.

In diesem Fall war die Website des ukrainischen Verteidigungsministeriums in dieser Woche kurzzeitig nicht erreichbar. Des Weiteren waren die betroffenen Banken in ihrer Kommunikation mit den Kund/-innen gestört. Letztere konnten sich entweder nicht in ihrem Bankingportal einloggen oder dort keine Transaktionen tätigen. Auch Kartenzahlungen waren punktuell nicht möglich, heißt es aus ukrainischen Medienberichten.

Letztendlich ist unklar, inwieweit Russland hinter den Cyber-Attacken steckt. Digitale Attacken sind generell schwierig zuzuordnen, bei einer DDoS Attacke ist die Erkennbarkeit noch geringer, weil die nötige Technik des Angriffs überschaubar ist. Der IT-Spezialist und eco-Mitglied Manuel Atug schrieb auf Twitter, dass es „nur eine DDoS-Attacke sei“. Er stellte klar, dass diese Art des Angriffs weniger komplex sei und von „ziemlich jedem“ ausführbar.

1 Kommentar

  1. Ein Ausdrückliches Lob dafür, dass darauf hingewiesen wurde, dass man solche Angriffe auf IT-Systeme nur ganz schwer sicher einem Urheber zuordnen kann. Hier sind False-Flag-Aktionen durchaus möglich, auch von dritten Parteien, die evtl. zwei andere in eine Krieg treiben wollen um lachender Dritter zu sein. Leider wird das viel zu selten geschrieben und ist daher den Wählern nicht bewusst. Und wenn dann Parlamnetarier oft Juristen sind und darum in Denkmuster der Strafverfolgung denken, besteht dann auch die Gefahr, dass unsere Politiker glauben man könne Angriffe auf IT-System sicher einer Seite zuordnen.
    Und so erhöht dieser Irrglaube die Kriegsgefahr.

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