Deutsche Verteidigung der NATO-Gewässer

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Am Samstag startete das Flottendienstboot ALSTER, um Deutschland ein gesichertes Lagebild bieten zu können. (Foto: BS/Bundeswehr/Marcel Kröncke)

Neben Land- und Luftstreitkräften hat die Bundeswehr auch mehrere Marine-Einheiten zur Sicherung der NATO-Gebiete gegen den russischen Aggressor entsandt. So unterstützen drei Schiffe die Standing NATO Maritime Group 1 (SNMG 1) und die Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG 2), hinzu kommt eine Aufklärungseinheit.

Am Samstag lief die Korvette ERFURT in Wilhelmshafen aus, um sich der SNMG 1 anzuschließen, dem Einsatzverband der NATO für den Nordatlantik. Zu diesem Verband gehört bereits der Einsatzgruppenversorger BERLIN. Ursprünglich war die ERFURT für den UNIFIL-Einsatz im Mittelmeer vorgesehen, wurde aufgrund der aktuellen Lage allerdings zur SNMG 1 beordert. Sie wird nun vor allem die Nord- und Ostsee sichern.

Das Einsatzgebiet der SNMG 2 ist das Mittelmeer, zu der die deutsche Fregatte LÜBECK seit Anfang Februar gehört.

Zudem entsendet die Bundeswehr ein Flottendienstboot zur Überwachung der russischen Aktivitäten. Bei diesen Schiffen zur Nachrichtengewinnung und Aufklärung handelt es sich um Einheiten des CIR, die von der Deutschen Marine betrieben werden. “Mit Systemen zur Detektion und Ortung von Signalen, Über- wie Unterwasser, können die drei Flottendienstboote einen wesentlichen Beitrag zur strategischen Informationsgewinnung leisten”, beschrieb die Deutsche Marine die Fähigkeiten.

Allerdings wurden alle drei Boote noch zum Ende des Kalten Krieges in den Dienst ge-

stellt, was bedeutet, dass sie den technologischen Stand der Vor-iPhone-Ära darstellen, daran können auch die zwischenzeitlich erfolgten Modernisierungen nichts ändern. Deshalb gingen im vergangenen Sommer neue Flottendienstboote unter Vertrag, von denen das erste 2027 in Dienst gestellt werden soll.

Ebenfalls am Samstag lief nun das Flottendienstboot ALSTER aus dem Marinestützpunkt Eckernförde aus, um in der Ostsee die See- und Küstengebiete elektronisch zu überwachen. Der Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Jan C. Kaack, betonte: “Die Deutsche Marine, die Bundeswehr und das gesamte Bündnis brauchen jetzt ein gesichertes Lagebild. Dazu trägt die Marine neben anderen Aktivitäten auch mit der ALSTER bei.”

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