Waffenlieferungen an die Ukraine

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Deutschland liefert 500 Fliegerfaust 2 Stinger aus Bundeswehrbeständen an die Ukraine. (Foto: BS/ Bundeswehr/Christian Timming)

Im Ukraine-Krieg zeigt sich, dass Haben besser ist als Wollen. Aktuell bräuchte die Ukraine beispielsweise dringend eine kampffähige Luftwaffe. Nur leider besitzt sie keine – und anscheinend will auch niemand liefern.

Da die ukrainischen Piloten vor allem mit russischen Flugzeugen umgehen können, kam vergangene Woche die Idee auf, dass Polen seine noch vorhandenen MIGs an die Ukraine abtreten könnte und dafür durch die USA F-16 erhält. Am Sonntag äußerte sich der amerikanische Außenminister Antony Blinken hierzu allerdings zögerlich: “Wir befassen uns derzeit aktiv mit der Frage der Flugzeuge, die Polen der Ukraine zur Verfügung stellen könnte. Und wir prüfen, wie wir einen Ausgleich schaffen könnten, falls Polen beschließen sollte, diese Flugzeuge zu liefern. Ich kann keinen Zeitplan nennen. Ich kann Ihnen nur sagen, dass wir uns sehr, sehr aktiv damit befassen.”

Von Seiten der polnischen Regierung war hingegen Medienberichten zufolge bereits zu hören, dass die Regierung den aktuellen Zeitpunkt für äußerst ungünstig halte, um die eigene Luftwaffe so stark umzustrukturieren.

Auch die Wunschliste, die der ukrainische Botschafter der Bundesregierung überreichte, liest sich wie die Komplettausstattung einer Armee, inklusive Kampfdrohnen. Wie aus Berlin zu erfahren ist, wird die Lieferung schwerer Waffensysteme wie beispielsweise Artillerie oder Schützenpanzer aktuell ausgeschlossen.

Im Bereich der Luftverteidigung soll es bei der Lieferung von schultergestützten Waffensystemen bleiben, die allerdings auch nur gegen Hubschrauber und tieffliegende Flugzeuge wirken können. Die Lieferung von 2.700 Strela-Flugabwehrraketen, die aus NVA-Beständen stammen und seitdem in Holzkisten lagern, ist zudem zweifelhaft. Zwar genehmigte das Wirtschaftsministerium die Lieferung an die Ukraine, wie der Spiegel berichtet sind die Strela allerdings zum Teil verschimmelt und nicht einsatzfähig.

Viel mehr hat die Bundeswehr allerdings im Bereich der bodengestützten Flugabwehr kaum zu bieten. Für die weitreichendere Luftverteidigung hat sie nur noch die Patriot im Bestand und deren Stückzahl ist zu gering, um angesichts der angespannten Lage darauf zu verzichten. So ist zu hören, dass höchstens noch geschützte Fahrzeuge – vor allem Dingos – an die Ukraine gehen könnten.

Im Augenblick prüft das BMVg, welche Waffensysteme aus Bundeswehrbeständen geliefert werden könnten. Neben der Nutzbarkeit durch die Ukraine spielt zudem eine Rolle, auf welche Bestände die Bundeswehr verzichten kann und welche durch die Industrie schnell wieder aufgefüllt werden können.

Die bisherige Berichterstattung des Behörden Spiegel zum Ukraine-Krieg finden Sie hier.

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