“Gestärkt aus Katastrophen?” – Mehrere 100 Experten kommen im Mai nach Würzburg

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Die 68. Jahrestagung der vfdb soll wie 2019 in Ulm wieder in Präsenz stattfinden. (Foto: BS/vfdb/Duveneck)

Die weltweite Corona-Pandemie, Vulkanausbrüche, Waldbrände und nicht zuletzt die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz: Katastrophen sorgen fast pausenlos für Großeinsätze von Feuerwehren und Rettungsdiensten. Die Erfahrungen und Konsequenzen aus derartigen Ereignissen stehen deshalb im Mittelpunkt der Jahresfachtagung 2022 der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) in Würzburg. Das Motto: “Rettung, Schutz, Sicherheit – Gestärkt aus Katastrophen?”.

Auf dem dreitägigen Kongress vom 23. bis 25. Mai werden sich mehrere hundert Experten von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz aus Deutschland und den Nachbarländern in mehr als 50 Vorträgen und Diskussionsrunden mit unterschiedlichsten Fachthemen beschäftigen.

Wieder in Präsenz

Nachdem die Tagung im vergangenen Jahr coronabedingt virtuell stattfinden musste, können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nun wieder in Präsenz treffen. Mit Spannung werden gleich zu Beginn der Tagung ausführliche Ergebnisse der Expertenkommission “Starkregen” erwartet, die von der vfdb im vergangenen Spätsommer ins Leben gerufen worden war. In einer Zwischenbilanz hatte das Gremium bereits 15 “Big Points” ausgemacht – entscheidende Punkte, die als Erkenntnisse aus dem Einsatzverlauf gewonnen wurden. Neben Naturkatastrophen werden auch verschiedene Projekte aus der zivilen Sicherheitsforschung zu den Programm-Schwerpunkten gehören, die vom Bundesforschungsministerium (BMBF) gefördert werden. Dazu gehört beispielsweise das Projekt “BRAWA”, in dem es um einen verbesserten Brandschutz für Kulturgüter geht. Es soll beitragen, die Brandfrüherkennung zu verbessern und zugleich ein Konzept zu erarbeiten, nach dem Helfer vor Ort durch schnelles und qualifiziertes Eingreifen eine frühe Brandbekämpfung einleiten und größere Schäden verhindern können.

Praxisnahe Forschung im Fokus

Ferner geht es um die Evaluierung und Weiterentwicklung der Sicherheitskonzepte für Eisenbahntunnel (SIKET). Berichtet wird außerdem über das Projekt INSPIRE – “auf dem Weg von der Idee zum Praxisbetrieb”. Noch ein weiteres BMBF-gefördertes Projekt steht auf dem Programm – das A-DRZ/Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum, das im vergangenen Jahr ein LivingLab eingeweiht hat. Hier werden mobile Robotersysteme für die zivile Gefahrenabwehr erforscht, entwickelt und getestet. Für eine dort eingerichtete Task-Force gab es in den vergangenen Monaten bereits mehrere Einsätze, so im Katastrophengebiet im Ahrtal. Die dortigen unterschiedlichen Erfahrungen und Beobachtungen werden außerdem eine Rolle in einem Bericht zum vfdb-GeoHUB unter den Titel “Vom Drohnenflug bis zur digitalen Lagekarte” spielen.

“Die Thematik schließt geradezu nahtlos an unsere Kongresse der zurückliegenden Jahre an, bei denen es um die fortschreitenden Veränderungen in Klima, Gesellschaft und Technik ging”, sagt vfdb-Präsident Dirk Aschenbrenner. “Die Herausforderungen nehmen weiter zu. Sie aufzuzeigen und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten – das ist ein Anliegen unserer mittlerweile 68. Jahresfachtagung.”

Weitere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit findet sich hier.

*Wolfgang Duveneck ist Autor des Textes. Er ist Pressesprecher der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb).

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