Künstliche Intelligenz für die Gesundheit

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In der Gesundheitsversorgung werden große Datenmengen generiert, die – systematisiert und analysiert man sie mit Künstlicher Intelligenz – die Behandlung von Patientinnen und Patienten signifikant verbessern können. (Foto: BS, PublicDomainPictures, pixabay.com)

“Der Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdaten wird zunehmend zum entscheidenden Standortfaktor”, erklärt Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Die Baden-Württembergische Landesregierung hat daher den Aufbau eines Reallabors “Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen” beschlossen, welches als Plattform zur interdisziplinären und sektorenübergreifenden Lösungsfindung fungieren soll.

Bisher sei laut Manne Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration von Baden-Württemberg, Künstliche Intelligenz häufig ein reines Forschungsthema, ohne dass Patientinnen und Patienten davon konkret profitieren. Durch klinische Studien, Krankenakten oder -bilder entstehen der Behandlung von Patientinnen und Patienten große Datenmengen, die Künstliche Intelligenz systematisieren, analysieren und daraus Muster ableiten kann. Lucha: “Künstliche Intelligenz wird die medizinische und pflegerische Versorgung im Land revolutionieren, beispielsweise durch eine verbesserte Diagnostik bei bildgebenden Verfahren oder als Grundlage für eine personalisierte und datenbasierte Versorgung.”

Und Kretschmann ergänzt: “Baden-Württemberg verfügt sowohl über starke Cluster in den Bereichen Medizintechnik, Biotechnologie, Pharma- und Informationstechnologie als auch über eine innovative Hochschulmedizin und leistungsstarke außeruniversitäre Forschungsinstitute.” Das vorhandene Wissen und die zur Verfügung stehenden Gesundheitsdaten müsse man künftig noch zielgerichteter nutzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und den Gesundheitsstandort Baden-Württemberg attraktiver und krisenfester zu machen. Daher stellt das Land künftig rund 2,35 Millionen Euro aus der Rücklage “Zukunftsland BW – Stärker aus der Krise” für das Reallabor zur Verfügung.

Zahlreiche Akteure aus Gesundheitsversorgung, -forschung und -wirtschaft sind bereits im Forum Gesundheitsstandort vernetzt, welches 2018 gegründet wurde. Von der verstärkten Zusammenarbeit im Reallabor sollen öffentliche Forschungseinrichtungen sowie kleine und mittlere Unternehmen profitieren, die beim Thema Künstliche Intelligenz mit verschiedensten Barrieren zu kämpfen haben. Zudem bietet das Reallabor die Möglichkeit unter realen Bedingungen neue Technologien, Produkte, Dienstleistungen oder Ansätze zu erproben und den Rechtsrahmen innovationsfreundlich und unter Berücksichtigung europäischer Datenschutzstandards weiterzuentwickeln. Betrachtet werden hierbei unter anderem Themen wie die Ethik bei der Nutzung von Daten sowie die Zertifizierung von KI-Anwendungen als Medizinprodukt, erklärt die Landesregierung.

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