Das russische Scheitern vor Kiew

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Brigadegeneral Dr. Christian Freuding, Leiter des Lagezentrums Ukraine im BMVg, gab im Interview eine Beurteilung. (Screenshot: BS/Frank)

Jeden Freitag veröffentlicht das BMVg ein Kurzinterview (als Video) zum Ukraine-Krieg. Den Anfang machte der Generalinspekteur, gefolgt von der Verteidigungsministerin, dem Stellvertretenden Generalinspekteur und vergangenen Freitag nun der Leiter des Lagezentrums Ukraine im Verteidigungsministerium, Brigadegeneral Dr. Christian Freuding. Hierbei gab er einerseits Einblicke in die Arbeit und den Aufbau des Lagezentrums und andererseits eine militärische Einschätzung der Situation.

“Ich glaube”, sagte Brigadegeneral Freuding, “dass wir eine Überdehnung der russischen Kräfte in dieser Angriffsoperation beobachten.” Es bedürfe bestimmter Kräfteverhältnisse, um einen Angriff erfolgreich zu führen. “Wir nach unseren deutschen Einsatzgrundsätzen gehen da von einem Kräfteverhältnis von eins zu drei aus.” Der Verzögerer, also die ukrainische Seite,benötige mindestens ein Kräfteverhältnis von eins zu vier bzw. eins zu sechs, um die Verzögerungsoperation erfolgreich zu führen. Der Angreifer brauche also immer deutlich mehr Kräfte für den Erfolg.

Wenn man nun die reine Größe der Armeen betrachte, der russischen und der ukrainischen bewaffneten Kräfte, “dann ist eigentlich offensichtlich, dass eine weitreichende, eine weiträumige Angriffsoperation mit dem Ziel, genommenes und besetztes Gebiet auch zu halten, so auf Dauer nicht erfolgreich sein kann”, sagte Brigadegeneral Freuding. “Ganz konkret: Wir bräuchten eine dreifache russische Überlegenheit gegenüber dem ukrainischen Verteidiger”, nannte Brigadegeneral Freuding die in deutschen Strategien formulierte Voraussetzung für einen militärischen Erfolg. Dies sei auf russischer Seite nicht gegeben. Hinzu kämen Defizite in der Kommunikation und der Abstimmung zwischen den russischen Einheiten sowie mangelhafte logistische Versorgung. “All das führt dazu, dass diese Angriffsoperation derzeit nahezu zum Erliegen gekommen ist.”

Das gesamte Interview sowie die vorherigen Folgen sind hier zu sehen.

Die bisherige Berichterstattung des Behörden Spiegel zum Ukraine-Krieg finden Sie hier.

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