Reul präsentiert Zehn-Punkte-Plan

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Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Fortentwicklung der Kriminalpolizei vorgestellt. (Foto: BS/Giessen)

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat im Rahmen der “Initiative PRO K” einen aus zehn Punkten bestehenden Plan zur Fortentwicklung der Landespolizei vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf der Kriminalpolizei.

So kündigte der Christdemokrat unter anderem an, den auf der Grundlage der bundesweit einmaligen Polizei-Cloud HiPoS betriebenen “Forensik-Desktop” weiter auszubauen. Außerdem seien die Einsatztrupps zur Kriminalitätsbekämpfung (ET-Ks) mit Foto-, Video- und Ortungstechnik ausgestattet worden. Die Tatortaufnahme könne nun auf 3-D-Tatortvermessung und Drohnen zurückgreifen und die Brandsachbearbeitung habe Spezialfahrzeuge, CO-Warner und bessere Schutzkleidung erhalten. Derzeit würden für die Kriminalpolizei spezielle Smartphone-Applikationen entwickelt. Dazu gehörten unter anderem eine Anwendung zur Tatort-Aufnahme, Leichenschau und Beweismittelsicherung. Die Landesarbeitsgruppe Initiative Pro K (LAG IPK) habe hierfür eine Unterarbeitsgruppe eingerichtet, die die Entwicklung von IT-Lösungen für den Bereich der Kriminalpolizei noch weiter vorantreibe.

Des Weiteren soll die Online-Vernehmung sowie -Anzeigenaufnahme weiter vorangetrieben werden. Zudem werden die sechs größten Polizeipräsidien (Köln, Düsseldorf, Bielefeld, Dortmund, Münster und Essen) sowie das Landeskriminalamt (LKA) noch in diesem Jahr 110 IT-Spezialisten bekommen. Laut Reul sollen sie die Dienststellen beim Kampf gegen Cyber-Angriffe und bei der Auswertung und Analyse digitaler Daten unterstützen. Bei 50 dieser Stellen besteht die Möglichkeit zur Verbeamtung.

Neue Studienmöglichkeit

Darüber hinaus beabsichtigt der Minister, “eine Kooperation mit einer externen Hochschule einzugehen, um Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte für die gegenwärtigen Anforderungen an eine professionelle Bekämpfung der Kriminalität im digitalen Raum zu qualifizieren.” Hierfür biete sich für ausgewählte, fertige Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte aus den Behörden ein weiterer Bachelorstudiengang an einer (Fach-) Hochschule mit IT-Expertise an. Das zusätzliche Bachelorstudium solle dabei nicht nur auf IT-Kompetenzen ausgerichtet sein, sondern auch den Anforderungen der kriminalpolizeilichen Ermittlungstätigkeit und der Auswertung und Analyse kriminalpolizeilicher Daten gerecht werden. Bislang ist vorgesehen, dass die ersten Polizistinnen und Polizisten im Wintersemester 2022/2023 ihr ergänzendes Studium aufnehmen können.  

Auftrag an die HSPV

Des Weiteren wird derzeit ein Pilotprojekt eingerichtet, um verschiedene Traineekonzepte zu testen. Reul berichtete außerdem, dass die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW (HSPV NRW) ein Forschungsprojekt durchführen werde. Dabei solle die Belastungssituation in den Direktionen für Kriminalitätsbekämpfung in den Kreispolizeibehörden untersucht werden. Zudem werden aktuell verschiedene Szenarien für eine Kriminalpolizei im Jahre 2030 betrachtet. Darüber hinaus werde momentan ein “Kriminalstrategisches Zentrum für Innovation und Forschung“ entwickelt. Hier geht es um eine bessere Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen Kriminalistinnen und Kriminalisten einerseits und Vertretern von Industrie, Unternehmen und Wissenschaft andererseits. Das Herzstück solle dabei eine “Kriminalstrategische Denk- und Innovationswerkstatt” sein, in der gesellschaftliche Veränderungen und Trends im Fokus stehen und die Raum gibt zum Modellieren, für Kreativität, Szenarien oder die Entwicklung von Prototypen.

“K-Badge” wird erprobt

Zudem soll es künftig ein spezielles Erkennungsabzeichen für die Kriminalpolizei geben. Hierzu wurde ein Auftrag an das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) erteilt, ein entsprechendes Abzeichen (“K-Badge”) einzuführen. Dadurch sollen Kriminalbeamtinnen und -beamte, die im Einsatz in Zivil unterwegs sind, nach einem Zugriff an den Tatorten für die Bürgerinnen und Bürger sowie für uniformierte Polizisten besser erkennbar sein. Laut Ressortchef werde es schon im Mai die ersten Erprobungen in Münster, Düsseldorf und Paderborn geben. Schließlich sollen moderne Raumkonzepte entwickelt werden.

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