Ukrainische Patienten

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(Foto: Bundeswehr/Burger)

Vergangene Woche flog die Bundeswehr erneut verletzte und erkrankte Personen aus der Ukraine nach Deutschland. Die Menschen waren in Polen mit einer A310 MedEvac aufgenommen worden. “Im Normalfall fliegen wir ja Soldaten. Aber diesmal hatten wir auch Kinder an Bord. Das Jüngste war gerade einmal zehn Monate”, berichtet Oberfeldarzt Dr. Jochen Liebler, Facharzt für Anästhesie am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz. Der mit insgesamt 15 Auslandseinsätzen erfahrene Bundeswehrmediziner begleitete den Flug.

Die Verletzungsmuster der Evakuierten reichten von Explosions- und Amputationsverletzungen bis hin zum Schädel-Hirn-Trauma. “Ich gehörte zu dem Sichtungsteam in Polen. Als ich die ersten Autos öffnete und mich die Patienten, insbesondere die Kinder, angelächelt haben, war das schon einmal ein guter Einstieg.” Für die medizinische Betreuung der 21 Patientinnen und Patienten waren zwei Anästhesieteams aus den Bundeswehrkrankenhäusern Koblenz und Ulm an Bord. Ein ziviler Kinderarzt, Notfallsanitäter aus den Sanitätsregimentern und den regionalen Sanitätseinrichtungen verstärkten die medizinische Crew.

Das Vorgehen bei medizinischer Unterstützung anderer Länder und die Verteilung der Patienten beschreibt die Bundeswehr: “Die Patientinnen und Patienten des Fluges werden nach dem sogenannten Kleeblattkonzept verteilt, welches Bund und Länder während der Corona-Pandemie entwickelt haben. Im Auftrag des Bundes nimmt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Hilfegesuche der Ukraine oder Anrainerstaaten über den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union (UCPM) auf. Zusätzlich zu den fünf bestehenden Kleeblattregionen in Deutschland ist das BBK im Rahmen des Ukraine-Krieges als sechstes Kleeblatt etabliert worden und vermittelt nun direkt Patientinnen und Patienten aus der Ukraine. Die Verteilung der Patientinnen und Patienten auf Krankenhäuser in den fünf Kleeblättern erfolgt anschließend gemeinsam mit den Kleeblattpartnern.”

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