Künstliche Intelligenz muss Massenprodukt werden

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Gerald Jenner, Geschäftsfeldentwickler von Dataport, und Sören Bergner, Unterabteilungsleiter beim BMI, diskutieren beim Digitalen Staat, wie Künstliche Intelligenz in der Verwaltung skaliert werden kann. V.l.n.r.: Jenner, Bergner und Moderator Stefan Fischer, Leiter Bereich Öffentliche Verwaltung bei Service Now. (Foto: BS/Trenkel)

(BS) Wir benutzen ständig Künstliche Intelligenz (KI) – beispielsweise die Vorschlagsalgorhythmen von YouTube oder Instagram. Doch in der Verwaltung hapert es noch beim flächendeckenden Einsatz dieser Technologie. Bisher gibt es nur sogenannte Leuchtturmprojekte, bei denen KI für sehr spezifische Anwendungen eingesetzt wird.  Wie ließe sich das ändern?

Schließlich ist das Potential von KI für die öffentliche Verwaltung gewaltig. KI kann die riesigen Datenmengen, mit denen die Verwaltung umgeht, viel schneller verarbeiten und besser analysieren als Menschen. Um KI großflächig einzuführen, müssten verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Auf der Herstellerseite ist das Problem, dass die bisherigen KI-Projekte in der Verwaltung Manufaktur-Produkte sind. Das heißt, die Hersteller schneidern sie individuell auf die Erfordernisse eines Kunden zu. Stattdessen braucht die Verwaltung aber ein Massenprodukt. “Wir brauchen einen Standard, den wir individualisieren und in die Breite tragen können”, sagt Gerald Jenner, Geschäftsfeldentwickler bei Dataport. Seine Idee ist, statt speziellen Künstlichen Intelligenzen eine Art Muster-KI zu entwickeln, die sein Team dann nur noch an die Bedürfnisse des Kunden anpassen muss. Etwa wie ein Anzug von der Stange, bei dem der Hausschneider noch einmal die Ärmel kürzt oder die Hose auslässt, je nach Bedarf.

Sören Bergner, Unterabteilungsleiter beim Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) fügt hinzu, dass KI-Technologie auch Akzeptanz brauche. Denn sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch die Anwenderinnen und Anwender in den Ämtern hätten Ängste. “Ich verstehe die Sorge der Bürger, gerade wenn KI im Bereich der Sicherheit angewendet wird”, sagte er. Aber die öffentliche Verwaltung könne und müsse den Ängsten begegnen. “Wir müssen bei allem, was wir tun, Transparenz schaffen. Welche Daten sammelt die KI und was macht sie damit?”, erläutert er seine Strategie. Für die Anwender in der Verwaltung hingegen müsse eher erklärt werden, wie KI-Anwendungen sich auf ihre Arbeitsprozesse auswirkten. Das Beratungs- und Kompetenzzentrum des BMI sei da ein gutes Unterstützungswerkzeug. Bergner fasst zusammen: “Wir brauchen Transparenz in der Gestaltung und in der Anwendung von KI-Systemen.”

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