Schaden durch illegale Zigaretten

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Eine illegale Zigarettenfabrik in Kleve produzierte pro Woche rund 10 Millionen Zigaretten, beschrieb Jonas Jungmann von Philip Morris beim Europäischen Polizeikongress. (Foto: BS/D. Frank)

Jonas Jungmann, Executive Illicit Trade Prevention (ITP) bei Philip Morris, zeigte beim Europäischen Polizeikongress die Staats- und gesundheitsschädigende Wirkung von illegalen Zigarettenproduktionen auf. Dem Staat entgingen hierdurch Steuereinnahmen, die allein in Deutschland geschätzt bei über 700 Millionen Euro lägen – pro Jahr.

Der Gewinn für die Kriminellen sei enorm. Als Beispiel nannte Jungmann eine illegale Zigarettenfabrik in Kleve, die 2020 ausgehoben wurde. Diese Fabrik hatte ein Produktionsvolumen von zehn Millionen illegaler Zigaretten pro Woche. Daraus ergab sich ein wöchentlicher Tabaksteuerschaden von 1,5 Millionen Euro. Diese Fabrik sei von 2016 bis 2020 aktiv gewesen, woraus sich eine Gesamtproduktion von rund zwei Milliarden Zigaretten sowie ein Steuerschaden von 312 Millionen Euro ergibt. Bei einer einzigen Fabrik. “Nach einem Monat hat sich eine illegale Produktionsstätte schon selbst amortisiert”, beschrieb Jungmann.

In Europa ist mittlerweile fast jede dritte Zigarette gefälscht. Daraus ergeben sich auch deutliche gesundheitsschädliche Folgen, schließlich wisse niemand – auch die Produzenten in den illegalen Fabriken nicht – was in dem genutzten “Tabak” alles enthalten sei. “Die Fälscher ignorieren alle Produktionsstandards”, sagte Jungmann.

Ein Trend, den sie bei Philip Morris aktuell erkennen, ist eine Verlagerung der illegalen Produktionsstätten von Ost- nach Westeuropa. “Gerade die Beneluxländer fallen in letzter Zeit negativ auf.”

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